


Im Wald geboren
Jems Koko Bi & HAP Grieshaber
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| Herausgeber | Ina Dinter, Kunstmuseum Reutlingen |
| Autor(en) | Susanne Altmann, Yacouba Konaté |
| Gestaltung | Andy Schmidt |
| Umschlag | Hardcover |
| Maße | 20 x 27,5 cm |
| Seitenzahl | 116 |
| Abbildungen | 46 |
| Sprache(n) | Deutsch, Englisch |
| ISBN | 978-3-96912-011-8 |
Die politische Substanz des Holzes
Jems Koko Bi (geb. 1966 in Sinfra, Côte d’Ivoire; lebt und arbeitet in Kaarst, Dakar und Abidjan) ist weltweit bekannt für seine mit der Motorsäge geschaffenen, monumentalen Skulpturen aus Holz. Seine neueste Werkgruppe wird in diesem Buch den großformatigen Holzschnitten von HAP Grieshaber (geb. 1909 in Rot an der Rot; gest. 1981 in Eningen unter Achalm) gegenübergestellt. Obwohl die beiden Künstler sich nie begegnet sind, zeichnet sich ihr Werk durch ähnliche Themen, Werte und Materialität aus. Im Mittelpunkt steht das Schicksal des Waldes und seine politische wie gesellschaftliche Tragweite: Grieshabers Holzschnitte sind Ausdruck des Widerstands gegen den Raubbau an der Natur in den 1970er-Jahren – heute angesichts der Klimakrise und der Fridays-for-Future-Bewegung aktueller denn je. Die Figurengruppen Koko Bis stehen in der Tradition dieser politischen Kunst, wobei seine Arbeiten ein globales, universelles Plädoyer für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen sind.
Jems Koko Bi studierte am Institut National Supérieur des Arts et de l’Action Culturelle (INSAAC) in Abidjan und an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Werke wurden unter anderem im Centre Pompidou in Paris, auf der documenta 13, der Havana Biennial sowie mehrfach auf der Biennale di Venezia und Biennale de Dakar ausgestellt. 2019 gründete er die Waldbiennale Abidjan Green Arts.
HAP Grieshaber studierte Gebrauchsgrafik an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Stuttgart. Sein Werk gilt als wichtiger Beitrag zur Erneuerung des Mediums Holzschnitt im 20. Jahrhunderts Er war Teilnehmer der documenta I, II und III, Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und wurde mit zahlreichen Preisen und Retrospektiven gewürdigt.
Weitere Bücher
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Tony Cragg
Points of View24€ In den WarenkorbDie biomorphen und monumentalen Skulpturen des britischen Bildhauers Tony Cragg (geb. 1949, lebt in Wuppertal) bestechen mit Virtuosität und Dynamik. Zuweilen wirken sie wie noch im Werden begriffen oder in scheinbarer Bewegung. Oft im Freien, in sakralem oder musealem Kontext zu sehen, fügen sie sich wie organische Wesen in ihre Umgebung ein. Schichtung und Stapelung von Materialien, Neuordnung und Assemblage standen seit den 1960er Jahren im Vordergrund von Craggs Formensuche. Inzwischen bedient er sich sowohl traditioneller als auch neuer Technologien, wobei seine Skulpturen stets in klarem Kontrast zu normativer, repetitiver industrieller Herstellung zu verstehen sind. Dieses Buch dokumentiert Craggs Ausstellung aus dem Jahr 2025 in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau.
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Ossian Fraser
DISSOLVING ACTS38€ In den WarenkorbOssian Fraser (geb. 1983 in Edinburgh, lebt in München und Berlin) formt und fasst schwindende Momente. Mit flüchtigen Materialien wie Wasser, Staub oder Licht lässt der Künstler das verborgene Potenzial unscheinbarer Situationen in Stadt und Natur sichtbar werden. Ein Tunnel im urbanen Raum oder eine Felswand im Hochgebirge werden dabei zum Ausgangspunkt und elementaren Bestandteil seiner ortsbezogenen Interventionen, die er in Bildern festhält. Das Buch gibt erstmals einen umfassenden Einblick in Frasers Schaffen. Bildstrecken seiner konzeptuellen und poetischen Arbeiten wechseln mit Gesprächen ab, die nicht nur den Aktionsrahmen für seine künstlerische Praxis abstecken, sondern auch die großen Themen unserer Zeit berühren.
Ossian Fraser studierte freie Kunst und Bildhauerei 2006–2009 an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Bonn und 2009–2013 an der Weißensee Kunsthochschule in Berlin, 2013–2014 war er Meisterschüler bei Albrecht Schäfer.
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Anna Virnich
10€ In den WarenkorbDie Arbeiten von Anna Virnich (geb. 1984 in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin) sind wie eine spekulative Erzählung. Seit ihrer Kindheit sammelt die Künstlerin Stoffe, Kleider und Decken, die sie zerschneidet, der Witterung aussetzt, bleicht, einfärbt und auch bemalt, um daraus Bilder und Räume zu konstruieren. Ihre Werke sind Gemälde und Objekte zugleich, extrem körperlich, aber auch geisterhaft leer. Sie erinnern an Helen Frankenthalers verflüssigte Farblandschaften, die Post-Minimal-Körperlichkeit von Paul Thek und die Silberfolien-Transzendenz von Andy Warhols Factory. Alles in Virnichs Kunst ist Hülle oder Membran, durch die etwas hinein- oder hinausgeht, „Teil von Vernetzungen und einem Austausch von Substanzen, Technologie, Körpern, Bildwelten, vom Licht der Augen“, wie Baptist Ohrtmann schreibt. Zusammen ergeben die Textilien eine abstrakte Narration von Werden, Vergehen, Malerei, Geburt, Künstlichkeit und Science-Fiction.
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Ugo Rondinone
winter, spring, summer, fall20€ In den WarenkorbUgo Rondinone (geb. 1964 in Brunnen, Schweiz, lebt und arbeitet in New York) ist einer der erfolgreichsten Künstler seiner Generation. Das Schaffen des Konzept- und Installationskünstlers ist seit dreißig Jahren von Themen wie Zeit und Vergänglichkeit, Tag und Nacht, Realität und Fiktion, Natur und Kultur geprägt. Der Ausgangspunkt seines Œuvres, das die Medien Malerei, Skulptur, Film und Installation umfasst, ist die Transformation der Außenwelt in eine subjektive, emotionale Innenwelt. Dabei bedient er sich eines facettenreichen Systems an Bezügen und Querverweisen von der deutschen Romantik über die amerikanische Land Art bis zur internationalen Popkultur. Zwischen Alltäglichem und Spiritualität lässt er suggestive Stimmungen entstehen, die das Lebensgefühl unserer Zeit widerspiegeln.
Die vorliegende Publikation vereint vier Ausstellungen von Ugo Rondinone aus dem Jahr 2021: a wall . a door . a tree . a lightbulb . winter im Sørlandets Kunstmuseum (SKMU), Kristiansand, Norwegen; a sky . a sea . distant mountains . horses . spring bei Sadie Coles HQ, London; a rainbow . a nude . bright light . summer bei Kamel Mennour, Paris und a low sun . golden mountains . fall in der Galerie Krobath, Wien.
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Beate Höing
It’s all about Love28€ In den WarenkorbErinnerung – Was bleibt?
Die Malerin und Keramik-Bildhauerin Beate Höing (geb. 1966, lebt und arbeitet in Coesfeld und Münster) schafft Kunstwerke, die ästhetisch stark von der Ornamentik und handwerklichen Technik der Volkskunst beeinflusst sind. Inspirationen für ihre Motive bieten Souvenirkultur, aber auch Märchen und Mythen. Als Ergebnis entstehen fantasiereiche Bildwelten mit einem prägnanten Stil und einer ganz eigenen Ästhetik. Poetische Bilder und Skulpturen spielen gekonnt mit Kitsch und Formen traditionellen Handwerks. Tatsächlich Vorhandenes, Assoziiertes und Erinnertes fügt sich in einem ambivalenten Spiel aus Realität und Fiktion zusammen, in welchem Traum und Albtraum, Entspannung und Erschrecken dicht beieinander liegen.
Die großzügig bebilderte Monografie bietet einen umfassenden Überblick über die Arbeiten der Künstlerin von 2011 bis 2021.
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Sprache/Text/Bild
32€ In den WarenkorbGesprochenes, Texte und Bilder gehen aus sozialen und kulturellen Kontexten hervor; sie sind daher mit Bedeutungen aufgeladen, sind Träger von Werten und Normen. Zwangsläufig markieren sie auch Grenzen, dienen dazu, Menschen zu Mitgliedern von Gruppen oder zu Außenseitern zu erklären. Umso wichtiger ist die Frage, was denn nun gesagt und gezeigt werden darf und wer oder was darüber entscheidet. Der vorliegende Katalog behandelt dieses Thema anhand von herausragenden künstlerischen Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Die darin vereinten Arbeiten erzählen von Mechanismen der Ein- und Ausgrenzung, von Zuschreibungen und den dafür geschaffenen Narrativen. Und sie erinnern uns daran, dass diese Erscheinungen menschengemacht und daher veränderbar sind – sie machen uns mitverantwortlich.
Künstler:innen: John Baldessari, Maria Bartuszová, Alice Bidault, Alejandro Cesarco, Ayşe Erkmen, Nadine Fecht, Gary Hill, Janice Kerbel, Gabriel Kladek, Gordon Parks, The National AIDS Memorial, Markus Vater, Gillian Wearing
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Sonia Gomes
I Rise – I’m a Black Ocean, Leaping and WideWeiterlesen„My Work is Black, it is Feminine, and it is Marginal. I‘m a Rebel.“
Die biomorphen Skulpturen von Sonia Gomes (geb. 1948 in Caetanópolis, Brasilien, lebt und arbeitet in Belo Horizonte, Brasilien) sind von beunruhigender, geradezu magischer Präsenz. Als Tochter einer schwarzen Mutter und eines weißen Textilunternehmers wuchs Gomes zwischen zwei Welten auf. Die afrikanische Kultur und Spiritualität ihrer Mutter und Großmutter, das Interesse an Ritualen, Prozessionen und Mythen prägten ihr Leben und ihr späteres Werk nachhaltig. Schon als Jugendliche hatte Gomes damit begonnen, Textilien und Kleidung zu dekonstruieren, um daraus Gebrauchsgegenstände und kunsthandwerkliche Objekte zu schaffen und ihren eigenen Stil zu kreieren. Sie gehört nach ihrer Beteiligung an der 56. Biennale di Venezia 2015 zu den einflussreichsten Künstlerinnen Brasiliens.
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MK Kaehne
Π = 3,1415935€ In den WarenkorbDie Biografie des Konzeptkünstlers MK Kaehne (geb. 1963 in Vilnius, lebt und arbeitet in Berlin) oszilliert zwischen Vilnius, Moskau und Berlin. Vom russischen Konstruktivismus geprägt, zeichnet und baut er Koffer-Skulpturen in Warenhausästhetik, eine Umkehrung des Readymade-Prinzips. Sein Schwerpunkt verlagert sich allmählich vom Formalen zum Psychologischen, hin zu lebensgroßen Figuren wie It’s me (2023): eine hyperrealistische Nachbildung seiner selbst, kopfüber im Schlamm liegend, daneben ein Gartenzwerg. Kaehne arbeitet streng analytisch, die Ergebnisse aber sind voller Tragik und Ironie. Absichtslose Zeichnungen, in denen Biografisches, Dadaistisches und Politisches verschmelzen, begleiten sein Oeuvre. Ein Gesamtkunstwerk, das die persönliche wie gesellschaftliche Entwicklung nachzeichnet.
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Peter Hermann
Skulpturen24€ In den WarenkorbDem klassischen Kanon trotzend
Die Figuren von Peter Hermann (geb. 1962 in Bietigheim, lebt und arbeitet in Ludwigsburg) stehen und schauen. Aus Lindenholz oder Bronze gefertigt, sind seine Skulpturen in altmeisterlicher Manier präzise gearbeitet und stehen so im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Positionen. Andererseits trotzen sie in ihrer statischen Strenge, den verkürzten und leicht karikaturhaften Gliedmaßen sowie der damit einhergehenden Ironie dem klassischen Kanon figürlicher Bildhauerei. Peter Hermann findet seine Themen im Alltag und es gelingt ihm, diese scheinbare Alltäglichkeit in der Begegnung zwischen Kunst und Betrachter weiter schwingen zu lassen.
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Jenny Brosinski
Things I’ve Never Said58€ In den WarenkorbDie großformatigen Gemälde von Jenny Brosinski (geb. 1984 in Celle, lebt und arbeitet in Berlin) wirken wie unkoordinierte abstrakte Kompositionen, auf denen bewusst Gebrauchsspuren belassen wurden. Dadurch wird ihre Materialität in den Vordergrund gerückt und der künstlerische Prozess offengelegt. Expressive Ölfarbe auf ungrundierter Leinwand, gesprayte Linien, Schriftelemente, Schuhabdrücke oder Überklebungen auf der Leinwand sind einerseits Experiment und Behauptung, andererseits Auseinandersetzung mit der Malerei an sich. Seit 2019 betätigt sich die Künstlerin auch als Bildhauerin. Die figurativen, teilweise farbig bemalten Tierwesen aus Bronze oder Stein sind ein weiterer Beweis für ihren subtilen Humor, der sich auch in den Bildern und insbesondere in deren Titeln manifestiert. Die umfangreiche Monografie bietet einen profunden Einblick in Brosinskis gesamtes Schaffen.
Jenny Brosinski studierte Illustration und Animation an der Weißensee Kunsthochschule in Berlin, der École supérieure des arts décoratifs Straßburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. 2010 schloss sie ihr Meisterschülerstudium in Berlin ab.
Zur limitierten Künstlerinnenedition
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Verena Issel
Yellow Pages. Installations and their individual components45€ In den WarenkorbVerena Issels Installationen wirken freundlich, einladend, sie sind weich, rund, bunt, zaubern uns ein Lächeln auf die Lippen. Ihre dafür gestalteten Skulpturen und Bilder sind teils ironisierende Nachahmungen von Bekanntem aus der Natur und der Kultur – Palmen, antike Säulen etc. Die fertigt sie aus dem, was uns im Alltag und im Haushalt umgibt, etwa einer alten Tasche, Schaumstofffragmenten, einem Abflussrohr. Es sind tollpatschige Riesen, monochrome, vereinfachte, zwei- und dreidimensionale Formen, die uns nichts Böses wollen. Auf den zweiten Blick wird offenbar, dass sie Verlorengegangenes verkörpern, dass sie eine Plastikversion dessen sind, was wir zerstören oder schon zerstört haben: eben die Natur und uns selbst sowie unsere kulturellen und sozialen Errungenschaften. In den Frohsinn und die Sympathie mischt sich Melancholie, es schmerzt der Verlust doppelt, wenn deutlich wird, dass die Skulpturen und Grafiken Lebendigkeit bloß in überspitzter Form imitieren. Dieser Katalog gibt einen Überblick über Issels vielseitiges, wucherndes Œuvre. Die farbenfrohen Werke werden gekonnt in Szene gesetzt, womit ein vitaler Eindruck ihrer Installationen vermittelt wird.
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Vanessa Henn
Same Same35€ In den WarenkorbVanessa Henn (geb. 1970 in Stuttgart, lebt und arbeitet in Berlin) verbindet in ihren Objekten und Installationen formale Reduktion mit spielerischer Komik. Ihre Treppengeländer aus den unterschiedlichsten Materialien ziehen sich Wände entlang, ragen in Räume hinein, zeichnen Spiralen, markieren Linien oder Schwünge und beziehen oft die Betrachtenden mit ein. An der Grenze von Architektur und Skulptur finden sich in ihrem Werk aber nicht nur Handläufe, sondern auch Brücken, Treppen und Zäune. Sie alle bewegen sich im Spannungsverhältnis zwischen statischem Kunstwerk und seinem dynamischen Umfeld, das die Künstlerin dadurch auflöst, dass sie die Arbeiten ins Alltagsgeschehen einbindet. Ein Geländer, das in Gegenrichtung zur Treppe verläuft oder unvermittelt in der Decke oder im Boden endet, ist seiner Funktionalität enthoben und kein Helfer beim Gehen. Es ist eher ein Begleiter ins Imaginäre und Ungewisse. Und das macht die Kunst von Vanessa Henn so anziehend.
Das Buch präsentiert Vanessa Henns neueste Arbeiten aus den Jahren 2019-2023.
Vanessa Henn studierte 1992–2001 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, 1995–1996 am Edinburgh College of Art und machte 1999–2000 den Master of Fine Art an der University of Canterbury School of Fine Art in Christchurch, Neuseeland.
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nolde/kritik/documenta (Englisch)
42€ In den WarenkorbEmil Nolde (1867–1956) zählt zu den bekanntesten Künstlern der klassischen Moderne. Seine heutige Wahrnehmung ist durch historische Mythenbildung und deren Dekonstruktion geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg lancierten er selbst und die zeitgenössische Kunstgeschichtsschreibung das Bild des verfemten Malers. Doch in jüngerer Zeit sind Noldes antisemitische Haltung und sein Opportunismus gegenüber dem NS-Regime erneut ins Bewusstsein gerückt.
Der Düsseldorfer Konzeptkünstler Mischa Kuball (*1959) hat sich mit Unterstützung der Nolde Stiftung Seebüll, auf die Spuren dieser ambivalenten Künstlerpersönlichkeit begeben und sich kritisch mit Werk und Wirkung Emil Noldes auseinandergesetzt. Erste Ergebnisse waren im Winter 2020/2021 in der Draiflessen Collection in Mettingen zu sehen.
Auf Einladung des documenta archivs in Kassel setzte Kuball diese Spurensuche fort. Das forschungsbasierte Ausstellungsprojekt „nolde / kritik / documenta“ beleuchtet die Verschränkung von Werk und Biografie und fragt nach den Widersprüchlichkeiten der Moderne, die in der Künstlerfigur Emil Nolde exemplarisch hervortreten. Im Mittelpunkt steht hierbei die Inszenierung der Werke Noldes im Rahmen der ersten drei Ausgaben der documenta (1955, 1959, 1964), die den „Mythos Nolde“ entscheidend prägten.
Der Katalog „nolde/kritik/documenta“ erscheint begleitend zur Ausstellung im Kasseler Fridericianum (9.12.2022-19.02.2023) in erweiterter Neuauflage.
Seit 2007 ist Mischa Kuball Professor für Public Art an der Kunsthochschule für Medien Köln und assoziierter Professor für Medienkunst an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung/ZKM Karlsruhe.
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Barthélémy Toguo
10€ In den WarenkorbBarthélémy Toguos Kunst ist ein Ruf nach Gemeinschaft und Liebe und dabei alles andere als naiv. Mit seinen Malereien, Grafiken, Skulpturen, Performances und Installationen verweist er explizit auf die Themen Kolonialismus, Migration und Ungleichheit, er richtet unseren Blick auf die Verheerungen, die der Mensch anrichtet, auf das Sterben der Natur und von Kulturen. Es wäre ihm aber zu einfach, in diesem Abgrund zu verharren. Stattdessen möchte er mit seinen Arbeiten nicht-hierarchische Verknüpfungen herstellen, er möchte, wie er selbst sagt, eine „Welt der Solidarität und Großzügigkeit“ errichten, die kein Ego und keine Identität kennt, eine Gemeinschaft aller Lebensformen, die gedeihen und vergehen, auf dass aus deren Überresten wieder neue Wesen sprießen – Endless Blossoms. Seine Wortwahl und die Ästhetik der in diesem Katalog vereinten Arbeiten lassen erahnen, dass er damit nicht alleine ist. Er steht an der Seite von Ellen Gallagher, Wangechi Mutu, Louise Bourgeois, Marlene Dumas und Kiki Smith. Mit ihnen und mit uns allen entwirft Toguo eine farbenfrohe Zukunft, ein Universum der überbordenden Energie und Lebensfreude.
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MS 00 22
Michael Sailstorfer – Works 2000–202245€ In den WarenkorbMS 00 22 – Michael Sailstorfer: Works 2000–2022
Michael Sailstorfer (geb. 1979 in Velden/Vils, lebt und arbeitet in Berlin) ist einer der bekanntesten deutschen Bildhauer und Objektkünstler seiner Generation. Seine oft aufwändig produzierten und lange geplanten skulpturalen Arbeiten entstehen durch Reflektion und Umdeutung alltäglicher Gegenstände. Es sind verblüffende, skurrile und manchmal auch humorvolle Versuchsanordnungen und Objekte, die mit der Umwelt interagieren, Räume schaffen oder sich selbst dekonstruieren. Diese transformativen Prozesse wirken ebenso konzeptuell wie poetisch und erzählen von Zeitlichkeit und Auflösung. Häufig brauchen Sailstorfers Installationen das Zusammenspiel mit dem Betrachtenden, um zu funktionieren. Seine bildhauerischen Experimente werden meist mit der Kamera dokumentiert und später dem Publikum als Videos oder Fotografien zugänglich gemacht.
Die groß angelegte Monografie MS 00 22 zeigt die wichtigsten Werke aus Sailstorfers gesamtem Schaffen. Formal unterschiedliche Texte und Gespräche mit dem Künstler geben einen fundierten Einblick in seine Arbeitsweise.
Michael Sailstorfer studierte von 1999 und 2005 bei Olaf Metzel an der Münchner Akademie der Bildenden Künste und 2004/05 am Goldsmiths College in London. Er wurde u.a. dem Kunstpreis junger westen (2011) und dem Vattenfall Contemporary (2012) ausgezeichnet. Einzelausstellungen wurden ihm u.a. in der Schirn Kunsthalle Frankfurt (2007), der Kestnergesellschaft Hannover (2010), der Kunsthalle Nürnberg (2011) sowie dem Contemporary Arts Center in Cincinnati, Ohio (2014) ausgerichtet.
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Tim David Trillsam
Willkommen im Panoptikum38€ In den WarenkorbMit seinen idiosynkratischen figürlichen Bronzeskulpturen hat Tim David Trillsam (geb. 1985 in der Schwäbischen Alb) einen Nerv getroffen. Trillsams „Denkmäler des Selbsts“ fordern uns als Betrachter:innen auf, die Vergänglichkeit und Illusion eben dieses Selbsts zu bedenken. Obwohl Trillsam sich eines befrachteten Materials bedient, das große Bildhauer vor ihm evoziert, sperren sich seine Figuren gegenüber der Vergangenheit. Sie sind fühlbar Protagonist:innen der Gegenwart, und provozieren mit sinnlicher Überhöhung, verdrehten Körpern und übergroßen Händen und Füßen. „Die Überdimensionierung ist Programm. Ebenso wie das skeptische Herantreten an die Spezies Mensch.“ schreibt Dorothee Baer-Bogenschütz. Deren tiefgreifende kunsthistorische Analyse ist Teil dieses umfassenden Buches über Trillsams Werk seit 2012.
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Ilit Azoulay
Facts and Tales. Truth be Told120€ In den WarenkorbIn einer Zeit, in der unterschiedliche Perspektiven und erzählerische Traditionen zunehmend an Bedeutung gewinnen, widmet sich Facts and Tales – Truth Be Told der beeindruckenden Arbeit von Ilit Azoulay. Die 1972 in Jaffa geborene Künstlerin verwandelt Objekte, Archive und Museumsbestände in Gefäße und hinterfragt dabei traditionelle Wissenshierarchien. In ihrer jüngsten Einzelausstellung Mere Things im Jüdischen Museum in New York präsentiert Azoulay Werke, die das Gleichgewicht zwischen faktischer Darstellung und nuanciertem Geschichtenerzählen ausloten.
Die Publikation zur Ausstellung umfasst Archivseiten, Aufzeichnungen der Künstlerin und Abbildungen der Werke sowie eine Einleitung von Kuratorin Shira Backer und einen Essay der 2018 verstorbenen Kunstkritikerin, Kuratorin und Autorin Sarit Shapira über das Frühwerk von Ilit Azoulay: Houses of Junk and Specters: On Ilit Azoulay’s Early Works. Er unterstreicht die Bedeutung von faktischer Genauigkeit und mündlichen Überlieferungen und lädt dazu ein, das komplexe Zusammenspiel zwischen materiellen Zeugnissen und den vielfältigen und nuancenreichen Geschichten zu erkunden.
Azoulay beleuchtet die Leerstellen in hegemonialen Erzählungen und entlarvt diese mittels einer einzigartigen Methode. Sie schneidet ihre Bilder wie für ein Erpresserschreiben aus Archivmaterialien und Fotos von den Wänden verlassener Häuser und formt sie zu multiperspektivischen Collagen. Auf diese Weise hinterfragt sie den ausschließlichen Wahrheitsanspruch musealer Expertise und legt deren Konstruiertheit offen. Der Katalog ihrer Werke, gestaltet als Box voller Texte und Bilder, spiegelt diesen Ansatz wider und zielt darauf ab, etablierte Narrative in vielfältige Perspektiven aufzulösen.
Box mit 6 unterschiedlichen Einzelpublikationen, limitiert auf 500 Exemplare
DIE PUBLIKATION WURDE ERMÖGLICHT DURCH DIE GROSSZÜGIGE UNTERSTÜTZUNG DER GALERIE LOHAUS SOMINSKY, MÜNCHEN
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X x X
Semjon Contemporary50€ In den WarenkorbDie Galerie Semjon Contemporary – gegründet 2011 von Semjon H. N. Semjon – hat ein eigenes, unverkennbares Profil entwickelt, das sie zum Unikat in der Kunstwelt macht. Vertreten werden internationale Positionen der zeitgenössischen Kunst, die trotz ihrer Divergenzen den gemeinsamen Nenner einer hohen Materialintelligenz haben. Das Ergebnis ist eine eigene künstlerische Sprache, die keine Modifikation des Bekannten zulässt. Trotz aller Unterschiede in Material, Technik und Ausdruck treten die Werke der Künstler:innen miteinander in Dialog, was auch in parallelen Salon-Hängungen und in Sonderausstellungen mit vielen Gastkünstler:innen gezeigt wurde.
Im Buch werden Colin Ardley, Edward L. Buchanan, Takayuki Daikoku, Dittmar Danner aka Krüger, Ute Essig, Experimental Setup (Kollektiv von Kata Hinterlechner und Bosko Gastager), Katja Flint, Andreas Fux, Dave Grossmann, Renate Hampke, Marc von der Hocht, Nataly Hocke, Michael Kutschbach, Henrik U. Müller, Cornelia Nagel, Susanne Knaack, Katja Kollowa, Susanne Pomrehn, Thomas Prochnow, Dirk Rathke, Ursula Sax, Gerda Schütte, Gil Shachar, Li Silberberg, Karina Spechter, Klaus Steinmann, Stefan Thiel, Hitomi Uchikura, Royden Watson und Bettina Weiß in eigenen Kapiteln vorgestellt. Hinzu kommen Statements von Sammler:innen wie Thomas Lenhart, Cornelie Kunkat, Gabriele Quandt, Roland Schnell, Nobert Fuhr und Klaus Werner, Roswitha und Jürgen König sowie Helmut Ließ. Kommentare von Kunstkritiker:innen/-wissenschaftler:innen und ein Interview, das Jan Maruhn mit Semjon führte, geben weitere Einblicke in die Arbeit der Galerie.
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Maria Braune
Keep Away From Fire28€ In den WarenkorbIm Zentrum der Arbeit von Maria Braune (geb. 1988 in Berlin, lebt und arbeitet in München und Bamberg) steht ein selbstentwickelter Werkstoff namens Migma, der aus acht verschiedenen natürlich nachwachsenden Rohstoffen besteht. Dieser wird erhitzt, gegossen und über einen mehrwöchigen Zeitraum geformt. Die so gebildeten Skulpturen und Installationen wuchern wie sinnliche Organismen in den Raum. Assoziationen von Wachstum und Symbiose tauchen auf, aber es werden auch Brüche und Zerfall sichtbar. Braunes künstlerischer Schaffensprozess ist Teil eines Ökosystems und völlig im Jetzt verankert. Ihr Material ist eine hochlebendige Materie, auf die sie unmittelbar reagiert, sie mit mythologischer und narrativer Bedeutung verbindet und zu ihrer eigenen Welt in Beziehung setzt.
Maria Braune wurde 2009–2011 an der Fachhochschule für Bildhauerei in Berchtesgaden zur Holzbildhauerin ausgebildet und absolvierte im Anschluss ein Studium der freien Kunst bei Hermann Pitz an der Akademie für Bildende Künste München, das sie 2017 mit einem Diplom abschloss.
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Roman Ondak
The Day After Yesterday48€ In den WarenkorbDer international gefeierte slowakische Konzeptkünstler Roman Ondak (geb. 1966) reagiert auf die historischen Besonderheiten Mitteleuropas, reflektiert zugleich aber auch das Funktionieren der Gesellschaft in der heutigen globalisierten Welt in Werken, die die zyklische Natur von Prozessen und das wechselseitige Spiegeln von Vergangenheit und Gegenwart hervorheben. Zu seinen markanten künstlerischen Merkmalen gehören die Verwendung gewöhnlicher Objekte und Materialien sowie alltäglicher Situationen, die er in den Ausstellungsraum überträgt. Dieser reich bebilderte Katalog mit Essays von Barbora Ropková und Dieter Roelstraete begleitet die Ausstellung The Day After Yesterday in der Kunsthalle Praha und erkundet Ondaks künstlerisches Universum, in dem existentielle und gesellschaftliche Themen sich ganz natürlich mit einer Geschichte seiner eigenen Familie verweben.




















