KENSISE ANDERS

Cover
Herausgeber

Robert Grunenberg

Autor(en)

Oliver Koerner von Gustorf

Gestaltung

OOR Studio, Berlin; Vladimir Llovet

Seitenzahl

38

Abbildungen

22

Umschlag

Softcover

Sprache(n)

Deutsch, Englisch

ISBN

978-3-96912-191-7

Kensise Anders stößt uns mit der Häkelnadel auf die Lebensrealität Schwarzer Menschen. Sie wurde als Zweijährige aus Haiti in eine norddeutsche Pastorenfamilie hineinadoptiert und von ihren Stiefeltern fortan gewaltsam „erzogen“. Dem Missbrauch entkam sie über die Psychiatrie und das Internat, um schließlich zur Kunst zu gelangen. Seitdem wendet sie häkelnd die erfahrene Unterdrückung und Disziplinierung. Sie fertigt Masken, mit denen sie sich weiße Identitäten ironisch aneignet, und Spielteppiche, die die Welt ihrer Kindheit zeigen – Wohnblöcke, Straßenzüge; das „Loch“, wie sie dieses Umfeld nennt. Zudem arrangiert sie auf Leinwänden gehäkelte Fäden, als seien es Pinselstriche. Je eine Bilderreihe ist einer Schwarzen Puppe und nackten weiblichen Körpern gewidmet, darunter auch ihr eigener, mit Bezügen zu Courbets L’Origine du monde (1866). Das sind Akte des Widerstands gegen die Prüderie und die Herrschaft der Weißen. In der Kolonialzeit wurden Schwarze Puppen hierzulande populär, seitdem waren sie nie ganz weg, so wie der Rassismus in unserer Gesellschaft und unseren Köpfen. Dagegen häkelt Anders geduldig, mit Fingerspitzengefühl, sowie mit der gebotenen Radikalität an.

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