





Feuer und Farbe
Gemälde und Grafiken von Walter Jacob
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| Herausgeber | Roland Krischke für das Lindenau-Museum Altenburg |
| Autor(en) | Dr. Florian Korn, Marianne Lose, Vincent Rudolf, Karoline Schmidt, Dr. Roman Zieglgänsberger, mit einem Vorwort von Dr. Roland Krischke als Direktor der Altenburger Museen |
| Gestaltung | Hug&Eberlein, Leipzig |
| Maße | 21 x 28 cm |
| Umschlag | Softcover |
| Seitenzahl | 144 |
| Abbildungen | 69 |
| Sprache(n) | Deutsch |
| ISBN | 978-3-96912-199-3 |
Walter Jacob (1893-1964) war ein Maler, in dessen Schaffen und Biografie sich die Brüche des 20. Jahrhunderts verdichteten. Der Naturbetrachtung und dem Selbstporträt blieb er sein Leben lang treu, doch stilistisch könnte sein Œuvre kaum widersprüchlicher sein. Vom Impressionismus über den Expressionismus gelangte er zu einem ins Abstrakte gehenden Ausdruck, wobei er die moderne Malerei Zeit seines Lebens ablehnte. Im NS galt sein Frühwerk als „entartet“, was ihn als überzeugten Nationalsozialisten und tätigen SA-Mann dazu brachte, sich nicht nur ideologisch, sondern auch ästhetisch auf die neue Zeit einzustellen: Es entstanden ab Mitte der 1930er Jahre naturalistisch, teils neusachlich anmutende Darstellungen „volksnaher“ Motive wie Landschaften, Tiere, Soldaten etc. Bezeichnend ist jedoch, dass auf mancher Rückseite seiner Leinwände Werke zu finden sind, mit denen er seiner Freude an Farb- und Formexperimenten Ausdruck verlieh. Im Alter setzte er denn auch mit abstrakten Landschaften einen Schlusspunkt unter sein Œuvre. Dieser Katalog vereint Werke, die Jacobs wechselhaften Lauf nachvollziehbar machen, flankiert von (kunst-)historischen Abhandlungen, in denen sein Schaffen kontextualisiert wird.
Weitere Bücher
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Sevina Tzanou
10€ In den WarenkorbDie großformatigen Gemälde von Sevina Tzanou (geb. 1994 in Athen, lebt und arbeitet in Bonn und Athen) zeigen ekstatische Körper am Rande der Abstraktion, die sich weigern, kategorisiert, vereinnahmt oder kontrolliert zu werden. Sie entstehen aus den affektgeladenen Situationen, die die Künstlerin zum Inhalt ihrer Gemälde macht. Zunächst grundiert sie die Leinwand mit einer monochromen Farbe, darauf setzt sie informelle, expressive Gesten, wobei sie auch mit einem Mopp oder sogenannten „Oktopus-Pinseln“ arbeitet, die an BDSM-Peitschen erinnern. Die dargestellten Körper sind Tzanous malerische Reaktion auf die abstrakten Formen, die zuvor auf die Leinwand gesetzt wurden. An ihrer Kunst ist alles performativ, der malerische Prozess ebenso wie die Erschaffung von Körpern, Gender und sexueller Identität. Ihre Sujets sind aus uralten Mythen und Motiven der Malereigeschichte, aber auch aktuellen Debatten entnommen.
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Chiharu Shiota
The Unsettled Soul48€ In den WarenkorbDie japanische Künstlerin Chiharu Shiota (geb. 1972 in Osaka, lebt und arbeitet in Berlin) ist für ihre unverwechselbare Bildsprache bekannt, die Zeichnung, Performance, Skulptur und Installation miteinander verbindet und sich mit grundlegenden menschlichen Anliegen auseinandersetzt. Mit ihren großformatigen Fadeninstallationen, in die sie eine Vielzahl von Alltagsgegenständen und Erinnerungsstücken einbezieht, schafft sie kraftvolle Environments, die ein Gefühl von Nostalgie, persönlicher Geschichte und kollektiver Erinnerung hervorrufen. Der Katalog begleitet die Ausstellung The Unsettled Soul, die erste Präsentation der Künstlerin in der Tschechischen Republik. Neben einer ausführlichen Fotodokumentation der Ausstellung in der Kunsthalle Praha enthält die Publikation einen Essay von Jason Waite über Shiotas frühe Arbeiten sowie ein von der Herausgeberin Christelle Havranek geführtes Interview mit der Künstlerin über ihre zentralen Themen und die Entstehung der Prager Ausstellung.
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James Francis Gill
Werkverzeichnis der Druckgrafik, Band 139€ In den WarenkorbDas Werkverzeichnis des Mitbegründers der amerikanischen Pop Art
James Francis Gill (geb. 1934 in Tahoka, lebt und arbeitet in Texas) zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen und Künstlern der amerikanischen Pop Art. Seine oft auf Fotografien basierenden Gemälde eröffnen einen ungewohnt persönlichen Zugang zu den Ikonen der 1950er- und 1960er Jahre. Gill wurde schlagartig zum gefeierten Künstler Hollywoods, als sein Marilyn Triptych 1962 – noch vor den Werken von Andy Warhol – in die ständige Sammlung des Museum of Modern Art in New York aufgenommen wurde. Durch Freundschaften zu Berühmtheiten wie John Wayne, Martin Luther King oder Marlon Brando ist Gill als Künstler Zeitzeuge einer ganzen Generation geworden. Er wahrte jedoch Distanz zum überschwänglichen Hollywood jener Zeit und zog sich 1972 überraschend zurück, um erst dreißig Jahre später wieder auf dem Kunstmarkt zu erscheinen. Der Catalogue Raisonné in zwei Bänden dokumentiert eindrucksvoll sein Schaffen von frühen politischen Motiven zu den Pop-Art-Ikonen seines Spätwerks.
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Wege in die Abstraktion
Marta Hoepffner und Willi Baumeister24,90€ In den WarenkorbUnbekannte Einflüsse der modernen Malerei und Fotografie
Marta Hoepffner (geb. 1912 in Pirmasens, gest. 2000 in Lindenberg) gilt als Pionierin der experimentellen Fotografie. Erstmals werden mit diesem Buch frühe fotografische Experimente, Porträts und farbfotografische Studien der Künstlerin den Gemälden von Willi Baumeister (geb. 1889 in Stuttgart, gest. 1955 Stuttgart) gegenübergestellt. Baumeister prägte als Professor an der Frankfurter Kunstschule – der heutigen Städelschule – entscheidend die Entwicklung seiner Studentin Hoepffner. Ein außergewöhnliches Buch, das mehr als fünfzig Arbeiten aus den 1910er- bis 1970er Jahren präsentiert.
Marta Hoepffners Werke wurden unter anderem im Centre Georges Pompidou, im San Francisco Museum of Modern Art und der National Portrait Gallery, London, ausgestellt. Willi Baumeister studierte an der Kunstakademie Stuttgart und war Mitglied der einflussreichen Novembergruppe. Er galt zu Zeiten des NS-Regimes als „entartet“ und zählt heute zu den herausragenden Künstlerinnen und Künstlern der Moderne.
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Nam Kim
10€ In den WarenkorbDie großformatige Malerei von Nam Kim (geb. 1991, lebt in Wien) wird von massiven androgynen, nackten Figuren bevölkert, die sich behutsam in Vegetation, Licht und Schatten oder Ornamente einfügen. “Die Figuren strahlen eine fließende, beinahe schwerelose Anmut aus, eingefangen im Zwischenraum von Gedanke und Berührung.” (R. Grunenberg) Der menschliche Körper ist seiner natürlichen Umgebung ebenbürtig und untrennbar von ihr. Kim beginnt mit Zonen gestischer Abstraktion, aus denen Figuren wie Pflanzen in die Komposition wuchern. Kim wuchs in Korea auf und ihre Malerei verbindet Elemente asiatischer Traditionen (in Kunst und Theater) mit westlicher Kunstgeschichte und mit Virtualität. Dieser Band stellt Kims Gemälde der letzten drei Jahre vor und enthält einen aufschlussreichen Essay von Robert Grunenberg.
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„Das Quadrat muss den Raum beherrschen!“
Aurélie Nemours und Zeitgenossen15€ In den WarenkorbFolgt der Lauf der Dinge einer mathematischen Logik, lässt sich alles berechnen? In unserem Zeitalter der Wahrscheinlichkeit würden das manche unumwunden bejahen, woraufhin die Frage gestellt werden müsste: Etwa auch die Kunst? Ja, auch die, sagten zumindest die Apologet:innen der Konkreten Kunst, mit der im 20. Jahrhundert die Abstraktion als Fokussierung auf die „Idee von der Kunst selbst“ (W. Kandinsky) weitergeführt wurde. Der Malakt hatte nun vorweg erdachten Ordnungsprinzipien zu folgen, als wären es Naturgesetze. Eine prominente Vertreterin dieses Genres war Aurélie Nemours (1910–2005), die einen Hang zum Quadrat hatte. Es müsse „den Raum beherrschen“, lautete ihr Credo. Und so ist das gleichseitige Viereck denn auch in diesem Katalog, der sich schwerpunktmäßig Nemours’ Werk widmet, die bestimmende Form. Ihrer ikonischen Position werden 17 weitere beiseitegestellt, die sich ebenfalls mit dem Quadrat auseinandersetzen; zu sehen sind Bilder und Skulpturen mit quadratischen Grundformen, Rastern oder Leinwänden. All diese Arbeiten ziehen aus dem strengen Diktat des Quadrats ihre Kraft, denn erst mit der Beschränkung der Mittel entfaltet die Kunst ihr volles Potential.
KÜNSTLER:INNEN:
JOSEF ALBERS, GÖTZ ARNDT, MAX BILL, AD DEKKERS, HELMUT FEDERLE, GOTTFRIED HONEGGER, KATHRIN KAPS, FRITZ KLINGBEIL, JOHN MEYER, GEROLD MILLER, AURÉLIE NEMOURS, JOHN NIXON, PETER ROEHR, JAN SCHOONHOVEN, ANTON STANKOWSKI, KLAUS STAUDT, HERMAN DE VRIES, GERHARD WITTNER -

John M Armleder
CA. CA.19€ In den WarenkorbKommentare auf unsere heutige Wirklichkeit und den Status der Kunst
John M Armleder (geb. 1948 in Genf, lebt und arbeitet in Genf und New York) ist einer der einflussreichsten Konzept-, Performance- und Objektkünstlerinnen und -künstler der Gegenwart. Tiefgründiges und Banales, Zufall und Planung, Hochkultur und Alltag verbinden sich bei Armleder zu einem einzigartigen Erlebnis. Seine Arbeiten – oft humorvolle oder ironisch gebrochene Kommentare zur heutigen Wirklichkeit – schöpfen aus dem formalen Repertoire der Klassischen Moderne sowie aus Video und Design: Das Buch zeigt anhand von ortsspezifischen, groß angelegten Installationen und Wandarbeiten detailliert die umfassende Bandbreite von Armleders Schaffen.
John M Armleder studierte an der École des Beaux-Arts in Genf. Er repräsentierte die Schweiz 1986 auf der 42. Biennale di Venezia und nahm im Jahr darauf an der documenta 8 teil. Sein Werk wurde unter anderem im Museum of Modern Art, New York, im Palais de Tokyo, Paris, und im Belvedere, Wien ausgestellt.
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Louise Hindsgavl
Conversation Pieces68€ In den WarenkorbDie dänische Bildhauerin Louise Hindsgavl (geb. 1973, lebt in Kopenhagen) ist für hybride Figuren aus Porzellan und glasiertem Steinzeug bekannt: halb Mensch und halb Tier. Nur das Material erinnert noch an die idealisierten oder kitschigen Szenen traditioneller Porzellanfiguren; Hindsgavls „plastische Kollisionen“ hingegen erzählen von verstörenden Begegnungen zwischen gepeinigten Halbwesen. Dafür schöpft sie aus dem brutalen Fundus überlieferter Geschichten ebenso wie aus den “Märchen” heutiger sozialer Medien, die Gewalt, sexuellen Missbrauch und Selbstverletzung normalisieren. Mithilfe eines der zerbrechlichsten Materialien rückt sie diese Trends ins Blickfeld für Diskussion und nennt ihre Skulpturen Conversation Pieces—so auch der Titel dieses interessanten und provokativen Buches.
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Norbert Bisky
Im FreienWeiterlesenDie Schönheit männlicher Körper, Hedonismus und intensive Farben – Norbert Bisky (geb. 1970 in Leipzig, lebt und arbeitet in Berlin) gilt als erfolgreichster Vertreter der zeitgenössischen figurativen Malerei in Deutschland. Nun hat der Künstler eine Reihe von 17 Leinwänden und Papierarbeiten geschaffen, die sich assoziativ mit dem Werk des Expressionisten Max Pechstein (1881–1955) auseinandersetzen. Ihr Titel „Im Freien“ nimmt nicht nur Bezug auf die dargestellten Szenen, die sich unter freiem Himmel abspielen, sondern es geht Bisky – der in der DDR, also in „nicht freien Verhältnissen“, wie er es selber nennt, aufwuchs – auch um die Frage, wie wir heute mit Freiheit umgehen. So steht bei beiden Malern die Suche nach der persönlichen Utopie im Vordergrund. Pechstein fand sie in der Südsee, wo er 1914 die damalige deutsche Kolonie Palau besucht hatte, die für ihn ein paradiesisches Idyll fernab von politischer und sozialer Realität war. Bisky hingegen konzentriert sich weniger auf die exotische Landschaft als auf ihre Bewohner und inszeniert sie als Individuen einer globalisierten Gesellschaft.
Norbert Bisky begann 1994 ein Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Berliner Humboldt-Universität, wechselte aber noch im gleichen Jahr an die Hochschule der Künste Berlin, wo er bei Georg Baselitz Malerei studierte und 1999 dessen Meisterschüler wurde. 2008–2010 war er Gastprofessor an der Haute école d’art et de design in Genf und 2016–2018 an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
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Judit Reigl
Kraftfelder / Centers of Dominance28€ In den WarenkorbJudit Reigl (geb. 1923 in Kapuvár, Ungarn, gest. 2020 in Marcoussis, Frankreich) entwickelt seit den 1950er Jahren ein einzigartiges künstlerisches Werk zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen Surrealismus und gestischer Malerei. Nach ihrem Kunststudium in Budapest flieht Reigl 1950 nach Paris, wo sie André Breton kennenlernt, der 1954 ihre erste Ausstellung organisiert. Unter Einfluss der École de Paris kommt sie über die Écriture automatique zur freien Expression. Wie ihre Zeitgenossen Jackson Pollock und Helen Frankenthaler in New York legt sie immer größere ungrundierte Leinwände auf den Boden und bearbeitet sie mit einem Pinsel, ihren Fingern oder anderen Instrumenten. Ab 1966 entstehen Körperformen aus der Abstraktion und in den Bildern erscheinen wieder Figuren. Anlässlich Reigls 100. Geburtstag und einer Schenkung von drei Hauptwerken richtet die Neue Nationalgalerie die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland aus. Das Buch gibt einen Überblick über das Œuvre einer der wichtigsten Protagonistinnen der europäischen Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Judit Reigl studierte von 1942 bis 1945 Malerei an der Akademie der Schönen Künste in Budapest, 1947–48 war sie Stipendiatin der Ungarischen Akademie in Rom. Ab 1950 lebte und arbeitete sie in Frankreich.
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Jan Zöller
Keine Zeit zum Baden38€ In den WarenkorbDie Kunst von Jan Zöller (geb. 1992 in Haslach im Kinzigtal, lebt und arbeitet in Karlsruhe) steckt voller persönlicher Bezüge und Erfahrungen, die er in seine ganz eigene Bildsprache übersetzt. Seine Gemälde sind bühnenartige Arrangements aus einem vielgestaltigen Fundus an Motiven. Zöllers erster Monografie Keine Zeit zum Badenpräsentiert neue raumbezogene Werke wie eine schwebende, blau gekachelte Installation aus der gleichnamigen Ausstellung in der Städtischen Galerie Ostfildern sowie Videos und großformatige Gemälde aus der Werkgruppe Badebrunnen, die zwischen 2019 und 2022 entstanden. Die dargestellten Wannen verweisen auf private Momente der Entspannung und die Brunnen auf den „ewigen Kreislauf“ der Natur. Der Titel Keine Zeit zum Baden bezieht sich somit auf die Sujets der Arbeiten, aber auch auf das Dilemma, die richtige „Work-Life-Balance” zwischen Leben, Arbeit und Berufung zu finden.
Jan Zöller studierte von 2012 bis 2017 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Marijke van Warmerdam und Leni Hoffmann und 2016 an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris bei Jean-Marc Bustamante. 2018 erhielt er den Bundespreis für Kunststudierende der Bundeskunsthalle, Bonn, und 2021 das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds.
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Uwe Schütte
Deutschland in 50 Briefmarken24€ In den WarenkorbDie Briefmarke, so prophezeite 1928 der passionierte Philatelist Walter Benjamin, werde „das 20. Jahrhundert nicht überleben“. Zeit für eine Rückschau also: In 50 Essays reist Uwe Schütte durch 175 Jahre deutsche Post- und Mentalitätsgeschichte. Schütte analysiert die Bildsprache der Briefmarken und ihre Bedeutung für das kollektive Gedächtnis der Deutschen, vom Schwarzen Einser bis zur aktuellen Kryptomarke der Deutschen Post. Das zeigt, wie sich die Briefmarke von ihrer Funktion als Portonachweis emanzipierte, um ab dem frühen 20. Jahrhundert zu einer künstlerischen Kleingrafik in Massenauflage zu werden. Briefmarken dienten fortan als Propagandainstrument, wurden gesammelt und gefälscht, und avancierten zum Spiegel gesellschaftlicher Diskurse.
Der Kulturessayist Uwe Schütte, geboren 1967 im Sauerland und Philatelist von Kindesbeinen an, promovierte bei W.G. Sebald in German Literature. Nach zwei Jahrzehnten als Universitätsdozent in England lebt und arbeitet er nun in Berlin. Sein Werk umfasst mehr als 30 Bücher, die sich mit extremistischer Kunst und Okkultismus sowie mit avancierter Popkultur und Gegenwartsliteratur beschäftigen.
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GOTT&GILZ
F.O.T.Z.E.N. Female Outstanding Talents Zeniths of Emerging Notoriety34€ In den WarenkorbGOTT&GILZ präsentieren ein radikales Projekt über Sprache, Bilder und die Re-Appropriation weiblicher und queerer Selbstbestimmung. Was als Provokation im Titel beginnt, wird zur Bühne feministischer Sichtbarkeit: Künstler:innen und Musiker:innen aus der Rap- und Popszene nutzen Bild, Text und Körper, um Zuschreibungen zu sprengen und den Begriff der „Fotze“ neu zu codieren. Was diese Werkserie besonders macht: Die Abgebildeten haben nicht nur für die Kamera posiert, sie haben auch begleitende Texte & Statements verfasst. Die im Buch dargestellten Female Outstanding Talents, Zeniths of Emerging Notoriety nutzen das „New Portrait“ als Ort der Selbstinszenierung, des Widerstands und der ästhetischen Überhöhung. Dieses Buch soll zeigen: Die Macht über das eigene Bild gehört ihnen selbst!
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Maria Balea & George Crîngașu
The Mythenstein Project18€ In den WarenkorbMaria Balea (geb. 1990 in Sighetu Marmației, lebt und arbeitet in Cluj-Napoca, Rumänien) und George Crîngașu (geb. 1988 in Focșani, lebt und arbeitet in Cluj-Napoca und Rom) gehören zur jüngsten Generation der Schule von Cluj, die durch Adrian Ghenie, Hortensia Mi Kafchin und Ciprian Mureșan zu internationaler Berühmtheit gelangt ist. Übergreifendes Thema ihrer in verschiedenen Medien ausgeführten Arbeiten ist die Lebensrealität junger Menschen zwischen einer von Unsicherheiten geprägten physischen Welt und einem virtuellen Paralleluniversum, das mit seinen grenzenlosen Möglichkeiten ein faszinierender, oft aber auch trügerischer Zufluchtsort ist. Beide Künstler:innen suchen in diesem verwirrenden Kaleidoskop der Welten die Schönheit: Balea durch einen romantisch verklärten Fokus auf Reste unberührter oder vom Menschen verlassener Natur; Crîngașu durch die bedingungslose Hingabe an die grafischen Möglichkeiten der digitalen Welt, in welcher Schönheit oft gekoppelt ist an die Verdrehung von Naturgesetzen und die physische Unmöglichkeit von Architektur. Hinter beidem, dem Rückzug in einen vermeintlichen Naturzustand und der Flucht in die grelle Künstlichkeit, lauert allerdings immer auch die Bedrohung.
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Wyatt Kahn
Paintings and Sculptures36€ In den WarenkorbDie Arbeiten von Wyatt Kahn (geb. 1983 in New York, lebt und arbeitet in New York) bewegen sich an der Grenze zwischen Zwei- und Dreidimensionalität und führen Aspekte der amerikanischen Minimal Art der 1960er Jahre fort. Der Tradition der minimalistischen Abstraktion folgend, wirken seine mehrteiligen Gemälde inhaltsleer, ihre Konstruktion ist jedoch ein raffiniertes Wechselspiel aus geometrischen Formen. Anstatt sie auf die Leinwand selbst zu zeichnen, verwandelt er sie in physische Komponenten aus hölzernen mit Leinwand überzogenen Leisten, die als Reliefs an die Wand gehängt werden, die damit zu einem integralen Bestandteil der Komposition wird. An der Schnittstelle von Malerei und Skulptur arbeitend, verweist der Künstler auch selbst auf die einfach und mehrfach geformten Leinwände von Ellsworth Kelly.
Wyatt Kahns Werke sind in so bedeutenden Sammlungen wie der des Metropolitan Museum of Art, New York, des Museum of Modern Art, New York, des Whitney Museum of American Art, New York, des Centre Pompidou, Paris, des Museum of Contemporary Art, Los Angeles, des Dallas Museum of Art, des Museum of Contemporary Art, Chicago, und der Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, vertreten.
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Sonja Yakovleva
Soaplands50€ In den WarenkorbDie Scherenschnitte von Sonja Yakovleva (geb. 1989 in Potsdam, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main) sind von einem sex-positivem Feminismus geprägt. In ihnen finden sich gleichermaßen Pornografie und kunstgeschichtliche Verweise, volkstümliche Motive, Märchen und Mythen wieder, mit denen seit dem Mittelalter misogyne, rassistische und homophobe Ideologien in das kollektive Bewusstsein eingeschrieben wurden. Deren Verbreitung wurde durch Scherenschnitte begünstigt, weil sie grafisch vereinfachende Darstellungen nutzten und als häuslich und weiblich galten. Yakovleva bezweckt mit dieser Technik jedoch das Gegenteil. In ihren flirrenden Papierschnitten werden Geschichten von Frauen, prekäre Grauzonen, Machtverhältnisse, Repräsentation, Sexualität und Gewalt neu verhandelt.
Der Titel der ersten Monografie von Sonja Yakovleva Soaplands verweist auf japanische Badehäuser, in denen Männer sich einseifen und massieren lassen und die auch als Bordelle fungieren. Neuerdings gibt es auch Soaplands für Frauen mit männlichen Prostituierten. So haben in den gezeigten – zwischen 2018 und 2023 entstandenen – Papierschnitten Frauen das sexuelle Regime übernommen und unterwerfen das patriarchale System. Ohne Scham benutzen sie Männer als Objekte zur Befriedigung ihrer Lust.
Zur limitierten Künstlerinnenedition
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Franziska Opel
Distanz als Nähe32€ In den WarenkorbSexspielzeug birgt ein gewaltiges Potential für Fehlinterpretationen und -nutzungen; davon zehren zahllose Slapstickkomödien. Diese anarchische Kraft des Missverstehens nutzt Franziska Opel, um fern vom schnellen Lacher unsere Wahrnehmung und Weltsicht gezielt aus den Angeln zu heben. Ihre Werke sind akribisch geplante Versuchsanordnungen, in denen sie Alltagsobjekte genauso wie besagte Sex Toys auf subtile Weise verändert, verformt oder in Reihe schaltet, woraufhin wir sie mit ganz anderen Augen sehen. Sie ziehen uns in ihren Bann, von ihnen geht eine sinnliche Anziehungskraft aus, und zugleich sorgen sie im Durchlaufen des Schaltkreises unserer Assoziationen für eine gewisse Irritation. Neugier, Attraktion, Verwirrung, Scham – eine große Bandbreite von Gefühlen wird von ihren für diesen Katalog meisterhaft in Szene gesetzten Werken aufgerufen. Zusätzlich befeuert wird diese aktivierende Widersprüchlichkeit von eigenständigen, poetisch-erzählerischen Texten begnadeter Autor*innen, in denen einige Kernaspekte von Opels Schaffen auf unangestrengte und doch herausfordernde Weise reflektiert werden.
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MOVE!
Scheinbar kinetische Kunst 1926–202215€ In den WarenkorbMOVE! im Kunstmuseum Reutlingen | konkret vereint Werke, die scheinbar fließen, oszillieren, zittern, oder gar implodieren. Sie fordern unsere Sehgewohnheiten heraus, indem sie mit Rastern, Verschiebungen oder Moiré-Effekten spielen und dabei Kinetik, Rhythmus und Plastizität simulieren. Über 80 zum Teil serielle Kunstwerke aus den Jahren 1926 bis 2022 stellen das Schaffen von 46 Künstler:innen aus 16 Ländern vor. Das Spektrum umfasst Malerei, Zeichnung, Fotografie, Plastik, Collage, Serigrafie, Wandobjekt und Rauminstallation. Ein Schwerpunkt der Auswahl liegt auf Op-Art, Konstruktivismus, geometrischem Minimalismus sowie konzeptueller Kunst. Das Buch MOVE! begleitet diese wichtige von Holger Kube Ventura kuratierte Ausstellung.
Künstler:innen: Arman, Bernard Aubertin, Marcel-Louis Baugniet, Marina Bindella, Hartmut Böhm, John Carter, Max Cole, Carlos Cruz-Diez, Dadamaino, Paul Uwe Dreyer, Helmut Federle, Hans Jörg Glattfelder, Hermann Glöckner, Esther Hagenmaier, Terry Haggerty, Barbara Hindahl, Hans Peter Hoch, Gottfried Honegger, Renaud Jacquier-Stajnowicz, Imi Knoebel, Norbert Kricke, Thomas Lenk, Vera Leutloff, Dóra Maurer, Manfred Mohr, Guido Molinari, Vera Molnár, François Morellet, Aurélie Nemours, Erich Reusch, Satoshi Saitō, Adrian Schiess, Heidrun Schimmel, Steffen Schlichter, Alf Schuler, Eusebio Sempere, K. R. H. Sonderborg, Stef Stagel, Anton Stankowski, Klaus Staudt, Wolfram Ullrich, Angelo Usai, Victor Vasarely, Paule Vézelay, Herman de Vries, Bernhard Weber
Ausstellung MOVE! Scheinbar kinetisch
Kunstmuseum Reutlingen | konkret
bis 28. Februar 2027 -

Matthias Dornfeld
danke esslingen42€ In den WarenkorbDie Malerei von Matthias Dornfeld mag auf den ersten Blick naiv oder gar primitiv anmuten. Seine Stillleben, Blumen- und Tierbilder und abstrahierten Porträts stehen jedoch in spannendem Diskurs mit der Avantgarde europäischer Kunstgeschichte. Die Werke erschließen sich aber auch ohne diesen Hintergrund, nämlich durch spielerische und provokante Gesten, welche die Darstellungen zuweilen an den Rand des Möglichen treiben. Nach einer umfangreichen Werkschau in der Villa Merkel Esslingen erscheint nun das Buch zur Ausstellung mit Texten von Friedrich Meschede, Daniela Stöppel und Christian Gögger. In den Essays wird Dornfelds Oeuvre und Ikonografie ausführlich beleuchtet und auch die unkonventionelle Hängung der Bilder sowie die Rezeption der Ausstellung diskutiert.
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Ruth Wolf-Rehfeldt – Wie eine Spinne im Netz
38€ In den WarenkorbRuth Wolf-Rehfeldt (geb. 1932 in Wurzen; lebt in Berlin) ist eine der wenigen Künstlerinnen, die sich in der DDR der Schreibmaschinengrafik widmeten. Auf ihrer „Erika“-Schreibmaschine ließ sie aus Buchstaben, Zahlen, Kommas und Pluszeichen fantasievolle Bilder entstehen. Unter ihren Händen verwandelten sich die schwarzen und roten Lettern in poetische Sprachbilder, sanft dahingleitende Wellen, serielle Muster und in architektonische oder figurative Gebilde. Diese Typewritings suchen die Nähe zur Konkreten Poesie und weisen deutliche Parallelen zur Konzeptkunst und Minimal Art auf. In den 1980er-Jahren wurden sie zudem zu Collagen erweitert, die an die dadaistischen Bildmontagen Hannah Höchs erinnern. Mit ihren Grafiken partizipierte Wolf-Rehfeldt auch aktiv am Mail Art-Programm der DDR. Sie verschickte die Typewritings an Künstler:innen außerhalb der unüberwindbaren, nationalen Grenzen und baute so ein umfangreiches Kommunikationsnetz auf, das sich um den gesamten Globus spannte.
Die reich bebilderte Monografie unterstreicht die Vielfalt und darüber hinaus die Aktualität von Wolf-Rehfeldts Arbeiten, die unter dem Eindruck des Kalten Krieges entstanden und den fragilen Zustand des Friedens thematisieren, aber auch die schon damals spürbare Umweltzerstörung in den Blick nehmen.




















