





Clemens Krauss
Antidot | Gegengift
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Herausgeber | Tereza de Arruda, Jörg-Uwe Neumann |
Autor(en) | Tereza de Arruda, Clemens Krauss, Anna Meinecke, Antje Schunke, Marc Wellmann |
Gestaltung | Studio Hülsenberg Berlin mit Niklas Sagebiel |
Maße | 22 x 30 cm |
Umschlag | Hardcover |
Seitenzahl | 216 |
Abbildungen | 185 |
Sprache(n) | Deutsch, Englisch |
ISBN | 978-3-96912-205-1 |
Clemens Krauss pendelt rastlos zwischen den Zeiten, seine Vehikel sind die Malerei, die Videokunst, die Bildhauerei und die Performance. Krauss ist jedoch nicht „nur“ Künstler, sondern auch Psychoanalytiker und Mediziner. Als solcher hat er die Zeitlichkeit als bestimmenden Faktor des Daseins erlebt, was ihn zum Spiel damit herausfordert. Im Schoß der Malerei fühlt er sich am sichersten bei seinen riskanten Touren zurück in seine Jugend und voraus in den Tod. Es ist eine pastose Malerei, die körperlich, materiell und daher zeitgebunden ist: alles vergeht, auch das Bild. Am flüchtigsten sind Begegnungen, wie Krauss sie im Rahmen seiner psychoanalytischen Performances inszeniert; unauslöschlich ist bloß der Eindruck, den sie hinterlassen. Unauslöschlich sein, Vergangenes wieder aufrufen, zugleich „das Ungeschehene geschehen lassen“, wie er sagt, diese Ziele verfolgt er in seiner Kunst. Mit dem vorliegenden Katalog zwischen zwei Buchdeckeln konserviert und tausendfach vervielfältigt, gelangen seine Werke zur selben und für unbestimmte Zeit in unzählige Hände, um von dort aus mühelos die Schranken zu unserem Inneren zu überwinden. So kommen wir alle der Transzendenz einen Schritt näher.
Weitere Bücher
- Vergriffen
Eva Jospin
Wald(t)räume22€ WeiterlesenDer Sehnsuchtsort Wald: Magische Skulpturen aus Wellpappe
Die französische Künstlerin Eva Jospin (geb. 1975 in Paris, lebt und arbeitet in Paris) schneidet und schichtet Skulpturen und Reliefs aus Wellpappe. Handarbeit und Präzision sind dabei wesentliche Aspekte ihrer Arbeit. Die ursprüngliche Farbe des Kartons behält die Künstlerin bei, da das Material für sie genügend Farbvarianten und -nuancen enthält. Wiederkehrendes Motiv ist der Wald – bestehend aus zahlreichen Stämmen, Ästen und Zweigen in extremer Dichte und durchsetzt von schwarzen Schatten. Sie suggerieren Tiefe und regen die Fantasie des Betrachters an. Jospin gibt die Natur nicht eins zu eins wieder, sondern vermittelt die durch sie ausgelösten Gefühle von Angst, Anarchie oder Freiheit: Der Wald als universeller Sehnsuchtsort.
Eva Jospin studierte an der École Nationale Supérieur des Beaux-Arts de Paris. Sie erhielt 2015 den Prix de l’Académie des Beaux-Arts, 2016 folgte ein Aufenthalt in der Villa Medici, Rom.
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Olaf Breuning
Paintings37€ In den WarenkorbOlaf Breuning (geb. 1970 in Schaffhausen, Schweiz, lebt und arbeitet in Upstate New York) ist ein Multimediakünstler, der mit Installation, Fotografie, Video, Skulptur, Zeichnung und Performance ein vielschichtiges Werk geschaffen hat, das die zeitgenössische Realität hinterfragt. Vor Kurzem ist eine Serie von Gemälden entstanden, in denen er drängende Themen wie die globale Erderwärmung spielerisch anspricht. Auch in dieser neuen Werkgruppe manifestiert sich sein unorthodoxer Ansatz. Breuning hat dafür ein eigenes Malverfahren mit großformatigen Holzstempeln erfunden, mit welchen er die Farbe auf die Leinwand presst. Das Resultat ist unkonventionell und frisch.
Die Publikation – die erste, die sich ausschließlich mit Breunings Malerei befasst – zeigt zwei Dutzend Gemälde, aber auch Holzstempel und Skulpturen, um den Produktionsprozess zu dokumentieren. Im Dialog unterhalten sich Katharina Beisiegel, Direktorin des Kirchner Museum, Davos, und Gianni Jetzer, designierter Direktor des Kunstmuseum St. Gallen, über Parallelen und Unterschiede im Werk von Ernst Ludwig Kirchner und Olaf Breuning.
Breuning machte von 1988 bis 1993 eine Ausbildung zum Fotografen in Winterthur und absolvierte 1992 bis 1995 eine Weiterbildungsklasse für Fotografie. Von 199 bis 1996 machte er ein Nachdiplomstudium an der Höheren Schule für Gestaltung in Zürich. Er hatte Einzelausstellungen im NRW-Forum, Düsseldorf, im Palais de Tokio, Paris, in der Chisenhale Gallery, London, und im Zentrum Paul Klee, Bern. Er nahm 2008 an der Whitney Biennial teil und zeigte in Gruppenausstellungen im Museum of Modern Art, New York, im Centre Pompidou, Paris, im Haus der Kunst, München, in der Kunsthalle Zürich, im Walker Art Center, Minneapolis, im Jeu de Paume, Paris, im KW Institute for Contemporary Art, Berlin, in der Whitechapel Gallery, London, und im Mori Art Museum, Tokio.
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Gerhard Neumaier
Die Lust an der Macht des Malens zwischen Mythos und Trivialität32€ In den WarenkorbEin Spiel mit den Ambivalenzen
Offenkundig Mythologisches gerät bei Gerhard Neumaier (geb. 1950 in Freiburg, lebt und arbeitet in Baden-Baden) ebenso zur trivialen Episode, wie scheinbar Triviales legendäre Ikonik entfaltet. Dabei bricht sein unvoreingenommener Umgang mit Klassikern wie etwa in der Duchamp-Persiflage „Hokuspokus mit Fokus Lokus“ semantische Vorurteile in den Sehgewohnheiten auf und bietet dem Betrachter neuartige Interpretationen. In der perfomativen Bewegtheit seiner Rakelbilder legt er eine haptische Sinnlichkeit an den Tag, die Cora von Pape in ihrer Einleitung dazu bringt, den Künstler zu zitieren: „Ich male, was ich weiß, damit ich sehe, was ich fühle.“
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Michael Bielicky
Perpetuum mobile54€ In den WarenkorbZeitgenössische Medienkunst
Seit über vierzig Jahren kreiert der deutsch-tschechische Künstler Michael Bielicky (geb. 1954 in Prag, lebt und arbeitet in Karlsruhe) innovative Arbeiten in den Bereichen Fotografie, Video und netzbasierter Installation. Seine Werke stehen stets im Dialog mit neuen technischen Entwicklungen und reichen von der medienhistorischen Tiefenzeit bis zu den magischen mathematischen Praktiken der mittelalterlichen Kabbalisten: Eigenwillige Hybride, die zugleich einer analogen wie digitalen Welt angehören und im Grenzbereich zwischen dem realen und dem virtuellen Raum agieren. Dabei stößt der Medienkünstler eine kritische Beschäftigung mit dem Wesen von Technologie, ihren materiellen und immateriellen Bedeutungen sowie ihrem Einfluss auf unsere Wahrnehmung und unser Handeln an. Das Buch Perpetuum mobile bietet erstmals einen Überblick über Bielickys vielfältiges Gesamtwerk. Das Layout wurde vom Künstler selbst erarbeitet und integriert die experimentellen Bilder in einen grafischen „Stream of Consciousness“.
Michael Bielicky kam 1969 nach Deutschland, wo er zunächst Medizin studierte. Nach einem längeren Aufenthalt in New York studierte er von 1984 bis 1990 an der Kunstakademie Düsseldorf zuerst bei Bernd Becher und später als Meisterschüler bei Nam June Paik. 1991 wurde er Professor an der Akademie der Bildenden Künste Prag und 2006 Professor für Neue Medien an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Bielicky nahm unter anderem an der São Paulo Biennale (1987), der Videonale, Bonn (1988, 1990, 1992), der Ars Electronica, Linz (1992, 1994, 1995) und der Havanna Biennale (2012) teil.
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Jan Zöller
Ritual Believer40€ In den WarenkorbIn seinen Gemälden, Skulpturen und Installationen beschäftigt sich Jan Zöller (geb. 1992 in Haslach, lebt und arbeitet in Karlsruhe) mit dem Zwiespalt zwischen der wirtschaftlichen Produktion und der spirituellen, magischen Seite der Kunst. Das Künstlerbuch Ritual Believer gibt einen Überblick über die zwischen 2019 und 2023 entstandene Werkgruppe der sogenannten „Charcoal Paintings“. Bei diesen Bildern wird mit Kohle direkt auf die ungrundierte Leinwand gemalt, was ein Ausbessern von „Fehlern“ unmöglich macht. Außerdem verzichten sie weitgehend auf Farben und sind im Vergleich zu den sonst sehr farbintensiven Gemälden von Zöller eher reduziert. Neben den für sein Werk typischen Motiven von Vögeln und laufenden Beinen ist Schrift und Text ein wichtiges Element der „Charcoal Paintings“. Dazu gehört auch, dass die Titel der Arbeiten eine zentrale Rolle spielen und fast als eigenständiger Teil betrachtet werden können. Für den Text im Buch hat der Künstler die Titel der gezeigten Werke an seinen Bruder geschickt, der daraus eine Erzählung geschrieben hat. Im hinteren Teil befindet sich zusätzlich gescanntes Archivmaterial. Notizbücher und Zines von Zöller aus den Jahren 2015–2017 geben interessante Verweise auf seine Bild- und Motivfindung.
Jan Zöller studierte 2012–2017 an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Marijke van Warmerdam und Leni Hoffmann und 2016 an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris bei Jean-Marc Bustamante und Götz Arndt.
Zur limitierten Künstleredition
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FREIGEISTER
FRAGMENTS OF AN ART SCENE IN LUXEMBOURG AND BEYOND35€ In den WarenkorbAnders denken – 15 Jahre Mudam Luxembourg
Ein freier Geist ist nach Friedrich Nietzsche jemand, der „anders denkt, als man von ihm auf Grund seiner Herkunft, Umgebung, seines Standes und Amtes oder auf Grund der herrschenden Zeitansichten erwartet“ (Menschliches, Allzumenschliches, 1878). Nach Ansicht des deutschen Philosophen muss man „unzeitgemäß“ werden und seiner Zeit „fremd“ bleiben, um sie zu hinterfragen. Dieser Blick auf Zustände der Entfremdung vereint die Positionen von 14 jungen luxemburgischen Künstler:innen in Freigeister, der Jubiläumspublikation zum 15-jährigen Bestehen des Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean.
Die luxemburgische Kunstszene hat sich in den vergangenen Jahren vielfältig mit den Herausforderungen befasst, die mit der fortschreitenden Umgestaltung des kleinen, ökonomisch erfolgreichen Landes einhergehen. Zwischen Unbekanntem und Vertrautem geben die Künstler:innen in Freigeister mit Fotografie, Malerei, Installation sowie Film, Skulptur, Druckgrafik und Performance ein gleichermaßen umsichtiges und engagiertes Bild der heutigen Gesellschaft wieder, im Bestreben, Identität und Zukunft miteinander in Einklang zu bringen.
Präsentiert werden Werke von Yann Annicchiarico, Laurianne Bixhain, Aline Bouvy, Marco Godinho, Sophie Jung, Catherine Lorent, Filip Markiewicz, Karolina Markiewicz & Pascal Piron, Claudia Passeri, Daniel Reuter, Nina Tomàs, Daniel Wagener und Jeff Weber.
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Stephen Buckley
Close Cousins. Paintings48€ In den WarenkorbDie erste Werkschau des Künstlers nach mehr als dreißig Jahren
Stephen Buckley (geb. 1944 in Leicester) setzt sich seit mehr als vierzig Jahren mit den großen Themen der Kunst des 20. Jahrhunderts auseinander: Seine Bilder oszillieren zwischen der Materialität der Arbeiten von Kurt Schwitters, der Dandyhaftigkeit eines Francis Picabia und der intellektuellen Unerbittlichkeit Marcel Duchamps. Aus den beiden Bestandteilen der traditionellen Malerei, Keilrahmen und Leinwand, formt er dreidimensionale Konstruktionen, aus Einzelbildern überlappende Strukturen, er bemalt die Rahmen und bringt Pappröhren, Seile, Fundstücke sowie ausgeschnittene Formen in seine Bilder. In den 1970er- und 1980er Jahren wurde Buckley in der Kunstwelt als „Punk der zeitgenössischen Malerei“ gefeiert. Das Buch präsentiert eine Auswahl seiner Malerei von 1968 bis heute.
Stephen Buckley studierte am King’s College der Durham University in Newcastle upon Tyne und an der University of Reading. Er lehrte am Canterbury College of Art, Leeds College of Art und an der Chelsea School of Art, London und war als Professor of Fine Art an der University of Reading tätig.
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Konrad Mühe
Guide38€ In den WarenkorbEin Künstlerbuch als „optische Illusion“
Die Arbeiten von Konrad Mühe (geb. 1982 in Karl-Marx-Stadt, lebt und arbeitet in Berlin) befragen unsere Identitätskonstruktionen, indem sie ihre techno-medialen Bedingungen offenbaren und ihnen ein Eigenleben der Objekte gegenüberstellen. Ihr formales Grundprinzip ist die installative Verschränkung von Skulptur und digitalem Bewegtbild. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Projektor und dem räumlichen Zusammenspiel von Sockel bzw. Aufhängung und Projektionsfläche. Will die klassische Black Box in Kino und Ausstellungsraum den technischen Apparat zugunsten einer immersiven Bilderfahrung verschwinden lassen, tritt er hier in den Vordergrund und entfaltet sich als Skulptur und Installation im Raum. Mühes Arbeiten unterlaufen aber auch die konventionelle Zeigeordnung im White Cube, weil als eigentliches künstlerisches Medium und Thema der Vorgang der Projektion selbst erscheint. Im vorliegenden Guide werden Mühes Projekte dargestellt und beschrieben.
Konrad Mühe war Meisterschüler von Hito Steyerl und studierte an der Universität der Künste, Berlin, sowie an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Seine Arbeiten waren bei zahlreichen Filmfestivals und Ausstellungen zu sehen, darunter die 61. Berlinale, die Kunsthalle Düsseldorf und das Museum für Moderne Kunst Moskau.
- Vergriffen
Flatland
35€ WeiterlesenZwischen den Dimensionen
Der Titel dieses Buchs ist von einem literarischen Werk Edwin Abott Abbotts aus dem Jahr 1884 übernommen. In der berühmten allegorischen Satire mit geometrischen Formen als Protagonisten berichtet ein Quadrat von seiner Entdeckung der dreidimensionalen Welt. Flatland widmet sich der Frage, wie sich Künstler seit den 1960er Jahren von abstraktem Formenvokabular inspirieren ließen. Das aufwändig gestaltete Buch bringt Arbeiten aus über fünfzig Jahren zusammen, die orthodoxe Lesarten der Abstraktion in Frage stellen.
Beteiligte Künstlerinnen und Künstler: Laëtitia Badaut Haussmann, Francis Baudevin, Philippe Decrauzat, Marie-Michelle Deschamps, Angela Detanico / Rafael Lain, Hoël Duret, Sylvie Fanchon, Liam Gillick, Mark Hagen, Christian Hidaka, Sonia Kacem, Tarik Kiswanson, Vera Kox, Sarah Morris, Reinhard Mucha, Damián Navarro, Camila Oliveira Fairclough, Bruno Peinado, Julien Prévieux, Eva Taulois, John Tremblay, Pierre Vadi, Elsa Werth, Raphaël Zarka
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FLATZ
Hitler. Ein Hundeleben18€ In den WarenkorbEin Versuch der Enttabuisierung – trivial und provozierend
Eine schwarze, reinrassige Deutsche Dogge namens Hitler begleitete den österreichischen Performancekünstler FLATZ (geb. 1952 in Dornbirn, lebt und arbeitet in München und London) wie ein Schatten durch die 1990er Jahre. Die Namensgebung wie auch die Untertitel der entstandenen Fotografien setzen den banalen Hundealltag in Beziehung zur unrühmlichen Vita des Namenspaten und eröffnen damit einen überaus provokativen Assoziationsspielraum. „Hitler ist immer dabei“, so der Künstler, „ebenso wie wir den historischen Hitler immer mit uns herumschleppen, weil er Teil unserer Geschichte ist, die – solange sie verdrängt, verklärt oder tabuisiert wird – eben nicht bewältigt ist.“
FLATZ (Wolfgang) studierte Metalldesign an der HTBL in Graz sowie Goldschmiedekunst und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1992 war er Teilnehmer der documenta IX. 2009 eröffnete das FLATZ Museum der Stadt Dornbrin.
Mit mehr als 350 Abbildungen erscheint Hitler. Ein Hundeleben als erweiterte und überarbeitete Neuauflage des Buches von 1996, das seit langem vergriffen ist.
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Martha Rosler
32€ In den WarenkorbMit der Radikalität ihrer künstlerischen Position hat die US-amerikanischen Konzeptkünstlerin und Pionierin des kritischen Feminismus Martha Rosler (geb. 1943 in Brooklyn, NY, lebt und arbeitet in Brooklyn) viele zeitgenössische Künstler:innen beeinflusst. Roslers stets politisches Werk befasst sich mit Fragen von Macht und Gewalt, mit Schönheitsidealen und deren Demontage und den nur scheinbaren Gegensätzen von Krieg und Konsum. Für ihre gesellschaftskritischen Collagen und Videos verwendet sie gefundenes und bereits veröffentlichtes Bildmaterial. Mit Vorliebe nutzt die Künstlerin Fotos aus öffentlichen Quellen wie Magazinen und Zeitungen, die sie bearbeitet und zur Visualisierung von Ungleichheit und Protest in neue Zusammenhänge stellt. Anknüpfend an Roslers ikonische Serie House Beautiful: Bringing the War Home (ca. 1967–1972) stehen im Zentrum der Publikation die medial vermittelte Konfrontation mit kriegerischen Auseinandersetzungen und die damit einhergehende Dissonanz von Privatem und Politischem.
Martha Rosler machte 1965 ihren Bachelor of Arts am Brooklyn College und ihren Master of Arts 1985 an der University of California, San Diego. 1975 begann sie Kritiken für Artforum und andere Kunstmagazine zu schreiben. Sie lehrt an der School of Arts der Rutgers University in New Brunswick, New Jersey.
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Margret Eicher
Lob der Malkunst38€ In den WarenkorbAktuelle Bildkommunikation in historischer Webtechnik
In ihren großformatigen Tapisserien verbindet Margret Eicher (geb. 1955 in Viersen, lebt und arbeitet in Berlin) die barocke Form der Bildteppiche mit bekannten Motiven aus aktuellen Medienbildern. Die Bildvorlagen werden digitalisiert und in aufwendiger Bearbeitung am Computer miteinander verbunden. Ihre ‚Medientapisserien‘ befinden sich damit an der Schnittstelle zwischen dem im traditionellen Sinn materiellen Kunstwerk und dem elektronischen Rauschen des Digitalen: zwei Welten, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen und in Eichers Werk doch harmonisch vereint sind. So trifft in Göttliche Liebe Caravaggios Dornenkrönung auf ein sich küssendes schwules Paar aus einer Berliner Toleranzkampagne und Botticellis Geburt der Venus wird mit einer Frankfurter U-Bahnstation gesampelt. Die Praxis der konzeptionellen Kunstproduktion, bei der die künstlerische Idee im Zentrum steht und die Ausführung in den Hintergrund rückt, wird in Lob der Malkunst schließlich selbst zum künstlerischen Konzept erhoben. Im Innenraum der Berliner Paris Bar lässt Eicher den Maler Martin Kippenberger als Dandy posieren und die verschiedenen Strömungen der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts aufeinanderprallen.
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Konkrete Progressionen
François Morellet, Vera Molnar, Manfred Mohr, Hartmut Böhm15€ In den Warenkorb2022 erhielt das Kunstmuseum Reutlingen | konkret durch eine umfangreiche Schenkung bedeutende Sammlungszugänge. Die erste Ausstellung dazu präsentiert unter dem Titel Konkrete Progressionen vier international renommierte Künstler:innen, deren Werke auf mathematischen oder geometrischen Ableitungen basieren: die konkreten Systematiker Hartmut Böhm (1938–2021) und François Morellet (1926–2016) sowie die Pioniere der computergenerierten Kunst Manfred Mohr (geb. 1938) und Vera Molnar (geb. 1924).
Das Buch dokumentiert die seriellen Malereien, Zeichnungen, Collagen, Wandobjekte und monumentalen Rauminstallationen aus Stahlträgern oder Betonsteinen. Die Arbeiten sind konkrete Spiele zur Mustererkennung in binären Gegensätzen oder geschichteten Rastern. Sie zeigen Sinuskurven, Vektorreihen, Hyperwürfel sowie aus der Kreiszahl π oder der Fibonacci-Folge abgeleitete Markierungen – und demonstrieren dabei vor allem stets die Verselbstständigung der jeweiligen Kalkulationsgrundlage.
Die Ausstellung im Kunstmuseum Reutlingen läuft noch bis zum 14. April 2024.
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Sebastian Stöhrer
Bewohner40€ In den WarenkorbSebastian Stöhrers Werk kann mit Recht als Schöpfung bezeichnet werden. Aus Ton – also im Grunde aus Erde – formt er seine „Bewohner“: farbenfrohe, freundlich wirkende Skulpturen-Wesen, teils mit an Extremitäten erinnernden Erweiterungen aus Stöcken oder Ästen. Sie kommen locker-humorvoll daher, sind aber keineswegs bloß das Produkt einer Eingebung oder Laune. Es bedarf jahrzehntelanger akribischer Erkundungen am Brennofen auf Grundlage der jahrtausendealten Töpferkunst sowie fundierter Kenntnisse der Chemie und Physik, um solche Farben und Formen zu schaffen. Stöhrer wird als Alchemist bezeichnet, und tatsächlich tritt er zur Ehrenrettung dieser forschenden Zunft, eine Vorläuferin der modernen Naturwissenschaften, an. Die Alchemie vereint wie Stöhrers Werk pure Vernunft mit dem Zufall und einem Fünkchen Magie. Der Künstler treibt ein intuitives, sinnliches Spiel mit der Tonerde und der kaum kalkulierbaren Farbigkeit der Glasuren – die Schöpfung trägt nun mal auch das Chaos, das Anarchische, Triebhafte in sich. Als ihre Verkörperung treten uns Stöhrers „Bewohner“ entgegen; als Abbilder, vielleicht auch als Boten einer künftigen gutmütigen Version unserer selbst.
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100 Windows
Site-specific art installations at Berlin-Weekly project space28€ In den WarenkorbIn einer beidseitig verglasten ehemaligen Tordurchfahrt für Pferdekutschen gründete Stefanie Seidl 2010 den Projektraum BERLIN-WEEKLY, der diesen hohen verschlossenen Schaufensterraum Künstler:innen als eine Art öffentliche Bühne anbietet, auf der sie raum- oder ortsspezifische Installationen für eine breite Öffentlichkeit inszenieren können. Durch die einseitige Ausrichtung zur Straße funktioniert BERLIN-WEEKLY als künstlerische Intervention in den Stadtraum über das Format Schaufenster. Das Buch zeigt anhand von 100 ausgewählten Fensterinstallationen, wie unterschiedlich die einzelnen Künstler:innen sich mit den Gegebenheiten des Ortes auseinandergesetzt und dadurch den kleinen begrenzten Raum immer wieder grundlegend verändert haben.
Mit Arbeiten u.a. von: Menno Aden, Alexandra Baumgartner, Isabelle Borges, Astrid Busch, Simon Faithfull, Moritz Frei, Max Frisinger, Wolfgang Flad, Dagmara Genda, Andreas Greiner & Armin Keplinger, Sabine Groß, Marc van der Hocht, Sabine Hornig, Irène Hug, Bettina Khano, Julia Kissina, Nikolaus List, Ulrike Mohr, Virginie Mosse, Piotr Nathan, Katja Pudor, Philip Topolovac, Inken Reinert, Sophia Schama, Geerten Verheus, Sinta Werner, Barbara Wille
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Jan Zöller
10€ In den WarenkorbJan Zöllers (geb. 1992 in Haslach, lebt und arbeitet in Karlsruhe) Kunst gleicht einem zusammengezimmerten, kosmischen, komischen Theater. Feuer flackern, Hosenbeine und Ellbogen tanzen, rennen und verbrennen. Ein zentrales Motiv sind Brunnen, Becken und Wannen als Symbole für kommunale Orte, aber auch für die Zirkulation von Lebensenergie, von menschlichen und ökonomischen Verbindungen. Zöller erschafft in seiner Malerei aus zerbrochenen oder überalterten Systemen, zu denen auch der aktuelle Kunstbetrieb gehört, etwas Neues. Er reflektiert malend, was es für ihn bedeutet, Künstler zu sein. Dabei interessieren ihn weniger der Dialog mit der Kunstgeschichte oder anderen zeitgenössischen Maler:innen, sondern die psychosozialen Beziehungen und Bedingungen, die seine Arbeit prägen. In seinen Gemälden, Skulpturen und Installationen beschäftigt er sich mit dem Zwiespalt zwischen der wirtschaftlichen Produktion und der spirituellen, magischen Seite der Kunst.
- Erscheint April 2025
Charles Moore
On painting16€ In den WarenkorbFür On Painting hat der New Yorker Kunsthistoriker und Kurator Charles Moore vier Künstlerinnen zu deren Praxis befragt und ihren Motivationen nachgespürt. Diese Publikation besteht aus vier Interviews, die jeweils eine Einleitung von Moore enthalten, sowie Illustrationen der Kunstwerke. Danielle Mckinney, die ausschließlich schwarze Frauen malt, reflektiert über ihre Erfahrungen als Frau, die in den Südstaaten der USA aufwuchs. Nicola Staeglich kreiert subtil geschichtete Abstraktionen, die neue Sichtweisen und Veränderungspotential evozieren sollen. Nirit Takele führt aus, wie ihre jüdisch-äthiopische Abstammung sie als Malerin prägte. Jorinde Voigt, deren komplexe Installationen von Musiknotation inspiriert sind, spricht über Algorithmen und die im Unerwarteten zu entdeckende Schönheit.
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Sabine Hornig
Passage through Presence45€ In den WarenkorbGroßformatige Raum-Zeit-Schichtungen
Sabine Hornig (geb. 1964, lebt und arbeitet in Berlin) ist international durch ihre Skulpturen, Fotografien und Rauminterventionen bekannt geworden, die auf besondere Weise Bild, Perspektive und Raum ineinander verschränken. Ihre Arbeiten integrieren transparente Bildebenen auf Glas skulptural in den Raum, sodass sich die Bedeutung erst durch den Blick und die Bewegung des Betrachters entfaltet. In den neuen architekturbezogenen Arbeiten der Künstlerin werden ganze Fassaden und Durchgänge mit Großfotos überlagert. In dieser Publikation wird erstmalig der Fokus auf Sabine Hornigs räumliche Arbeiten von der Erstellung der Modelle zu Skulpturen und der Kombination mit transparenten Fotoebenen bis hin zu den Arbeiten im öffentlichen Raum gelegt. Dabei steht ihre bisher größte Installation im New Yorker Flughafen LaGuardia im Mittelpunkt, über die sie mit Nicholas Baume, Direktor und künstlerischer Leiter des Public Art Fund New York spricht.
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Julia Steiner
Am Saum des Raumes24€ In den WarenkorbRaumgreifende Welten
Die Arbeiten von Julia Steiner (geb. 1982 in Büren zum Hof, Schweiz; lebt und arbeitet in Basel) sind mit dem Pinsel gezeichnet und monumental im Format. Dennoch strahlen sie etwas Zartes, Flüchtiges aus, wuchern über das Papier hinaus und besetzen den Raum. Im Moment eingefrorene Prozesse – wie Wind, der durch Wolken fegt, die Nacht durchdringendes Licht oder auseinanderberstende Erde – brechen sich auf energische Weise Bahn. Wer ein Motiv erkannt zu haben meint, verliert es sogleich wieder in der Abstraktion der malerischen Zeichnung. Das Werk der Künstlerin bildet einen Kosmos von Bildern, die splittern und zerbersten, explodieren und implodieren. Das vorliegende Buch begleitet Julia Steiners erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland.
Julia Steiner studierte von 2002 bis 2007 an der Hochschule der Künste Bern (HKB), absolvierte 2005 ein Auslandssemester an der Universität der Künste Berlin und hatte 2018–19 die Verwaltungsprofessur für die Fachklasse Zeichnen an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) inne. Steiner wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter 2009 mit dem Swiss Art Award und 2017 mit dem Wiener STRABAG Artaward International.
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Maximilian Rödel
Celestial Artefacts50€ In den Warenkorb„Man muss sich davon freimachen, etwas zu wollen, und sich stattdessen darauf beschränken, etwas zu sein.“ – Maximilian Rödel
Tiefschwarz, Apricot, Magenta und Pastell-Violett: In ihrer scheinbaren Monochromie durchschreiten die Gemälde von Maximilian Rödel (geb. 1984 in Braunschweig, lebt und arbeitet in Berlin) nicht nur Farbspektren, sondern gleichsam Erfahrungshorizonte. Wer sie eingehend betrachtet, begibt sich auf eine Reise durch Raum und Zeit. Vorder- und Hintergrund sind eins, Tiefe und Oberfläche zugleich, es entsteht ein Sog, in dem Farbnuancen ineinandergreifen, verschwimmen, flirren, aufblitzen. Der Künstler beschreibt die Bilder als ungebündelte Energie, die bereits existiert und die er lediglich freigelegt hat.
Die erste Publikation zu Rödels Werk präsentiert die Ausstellung Celestial Artefacts im Neuen Aachener Kunstverein mit dem Schwerpunkt auf die Werkreihe der Prehistoric Sunsets (2018–2021). Erweiternd gibt es Bildtafeln einzelner Werke und einen ausführlichen Bildindex, in dem noch Ausschnitte vergangener, im Kontext relevanter, Bildserien zu finden sind. Aperçus von Rafael Horzon und Leif Randt sowie kunstbezogene Texte von Domenico de Chirico, Lena Fließbach, Stefanie Gerke, Philipp Hindahl und Maurice Funken fügen den Gemälden eine weitere Dimension hinzu.