








Bottrop, Breunig, Schröder
20:15
![]() | |
|---|---|
| Herausgeber | Gesellschaft für Gegenwartskunst Augsburg e.V. |
| Autor(en) | Peppi Bottrop, Andreas Breunig, Christian Malycha, Stefan Schrammel, Jana Schröder |
| Gestaltung | Studio Martin Steiner |
| Maße | 24 x 32 cm |
| Umschlag | Broschur mit Schutzumschlag |
| Seitenzahl | 92 |
| Abbildungen | 110 |
| Sprache(n) | Deutsch, Englisch |
| ISBN | 978-3-96912-241-9 |
Rapide wachsende Bilderfluten im Netz und KI machen Kunst quasi unvermeidlich zum Kommentar zur Illusion von Aktualität. Drei Maler*innen—Jana Schröder, Peppi Bottrop und Andreas Breunig—präsentieren Zeichnungen in der Gesellschaft für Gegenwartskunst in Augsburg. 20:15 ist sowohl der Titel der Ausstellung als auch dieses begleitenden Buches. Die drei Künstler*innen verbindet nicht nur ihr gemeinsames Studium mit Albert Oehlen an der Kunstakademie Düsseldorf, sondern auch eine philosophische Herangehensweise an ihr gewähltes Medium. “Unsere Malerei ist eine Antwort auf die gegebenen Bedingungen von Bildlichkeit. Wir sind hier, um zu dekonstruieren und zu hinterfragen, was Bilder wirklich sind.” (Schröder) Der Kunsthistoriker Christian Malycha befragt die drei Künstler*innen zusammen zum Konzept ihrer Ausstellung und individuell zur Evolution ihrer Werke. Die Gespräche in diesem Buch, gemeinsam mit den Reproduktionen aller ausgestellten Zeichnungen, geben einen aufschlussreichen Einblick in den andauernden Diskurs über die Relevanz von Malerei.
Weitere Bücher
-

Anna Leonhardt
Touching Space34€ In den WarenkorbAnna Leonhardt (geb. 1981 in Pforzheim, lebt und arbeitet in New York und Leipzig) setzt sich in ihrer Malerei mit eigenen Erfahrungen und Stimmungen auseinander. Gleichzeitig bezieht sie sich auf Werke aus der Literatur und zitiert Phänomene aus der Geschichte der Malerei. In abstrakten Flächen, die durch eine Vielzahl an Schichtungen die zweidimensionalen Grenzen der Leinwand überschreiten, entsteht ein physischer und imaginierter Raum. Dieser wird durch die Beziehungen der Bildelemente untereinander, durch eine imaginäre Kommunikation mit anderen Kunstwerken und durch die Betrachter:innen zusätzlich erweitert. Die Publikation Touching Space zeigt die neuesten Arbeiten von Anna Leonhardt. Ein Textkompendium zum Thema Raum des Phänomenologen Franz Xaver Baier und ein Briefwechsel zwischen der Künstlerin und der Kuratorin Sophia Pietryga ergänzen die eindrucksvollen Abbildungen. Sie erscheint begleitend zur gleichnamigen Einzelausstellung in der Galerie She BAM! Laetitia Gorsy in Leipzig.
Anna Leonhardt studierte 2002–2008 Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und als Postgraduate bis 2010 bei Ralf Kerbach.
-

Cahier 002
Silke Wagner. bürgersteig22€ In den WarenkorbZwischen 2001 und 2002 war in verschiedenen deutschen Städten ein VW-Bus mit der Aufschrift “Lufthansa Deportation Class” zu sehen. Es handelte sich um die provokante Aktion bürgersteig von Silke Wagner (geb. 1968, lebt in Frankfurt) über die Bereitstellung von Lufthansa-Flugzeugen für Deportationszwecke. Der Bus löste heftige Diskussionen aus und wurde zum Vehikel von Aktivist:innenvernetzung und Kommunikation zwischen Bürger:innen. Das partizipative Kunstprojekt war seinerzeit wegweisend in seiner Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Initiativen. Im Cahier 002 wird bürgersteig erstmals vollständig dokumentiert, in dem die Publikation die Quellen für die Aktion sowie Material zu den juristischen Konflikten offenlegt, die dem Projekt folgten.
-

Michael Williams
New Paintings40€ In den WarenkorbUnangenehme Unsicherheiten
Michael Williams (geb. 1978 in Doylestown, Pa., lebt und arbeitet in Los Angeles) hinterfragt in seinen Arbeiten die Geschichte der Malerei, wobei er ihre Komponenten oftmals in Einzelteile zerlegt. Seine Bilder reflektieren die Komplexität und die Widersprüche des modernen Lebens. Auf seinen Leinwänden kommen unterschiedliche Techniken wie Ölmalerei, Collage und Inkjet-Druck zum Einsatz. In seinen neuen Bildern beschäftigt sich Williams mit der Beziehung zwischen Malerei und Fotografie. Durch das fotografische „Negativ“ erzielt er eine glatte Leinwand, die von ihren Eigenschaften als Gemälde und dem historischen Ballast der Malerei befreit ist. Das vorliegende Künstlerbuch veranschaulicht auf mehreren Ausklapptafeln die Arbeitsweise von Williams und enthält einen Text seines österreichischen Malerkollegen Tobias Pils.
Michael Williams studierte Kunst an der Washington University in St. Louis und stellte unter anderem in der Wiener Secession und im Museum of Modern Art, New York aus.
-

Katharina Arndt
While waiting for Death38€ In den WarenkorbDas Leben besteht zum Großteil aus Banalitäten. Was man daraus macht? Katharina Arndt hat sich entschieden, dicke Pinsel in leuchtende, kräftige Acrylfarben zu tauchen, die sie ohne Rücksicht auf die vermeintlichen Graubereiche des Lebens flächig aufträgt. Jeder Strich hat Gültigkeit, es gibt keine Reue oder Verzagtheit, alles ist vordergründig, alle Bildelemente sind gleichwertig. Die Menschen auf Arndts Malereien der Jahre 2022–23, die in diesem Katalog versammelt sind, sind einfach nur da, für den Moment, glotzen in ihre Handys, stopfen Burger in sich rein. Mehr nicht. Ihre Arbeiten sind damit Zerrbilder unserer nach Sinnlichkeit lechzenden Spaßgesellschaft, in der wir immer mit einem Auge im Virtuellen festhängen. Umso schwerer fällt uns die Konfrontation mit der physischen Realität, die so ganz ohne Fotofilter doch einige Imperfektionen aufweist. Und deshalb schwingen in diesen Bildern bei all der Freude an den grellen Farben auch die Melancholie und der Tod mit. Wissend, dass der Abschied naht, reizen Arndts Figuren ihre Sinne. Sie vertreiben sich die Zeit bis zum Ende mit schrillen Trivialitäten, sind erregte Sisyphusse, die sich in der glitzernden Unzulänglichkeit suhlen.
-

Ira Hoffecker
Imagined Landscapes (ENG)38€ In den WarenkorbImagined Landscapes ist eine während der Corona-Pandemie begonnene Werkgruppe der deutschen Malerin Ira Hoffecker (lebt in Vancouver, Kanada). 2020 legte sie einen Garten an und malte die Pflanzenwelt, die ihr in der Isolation als visueller und haptischer Anker diente. Hoffeckers neuere Gemälde haben hingegen keinen realen Bezug, sondern entwerfen imaginäre Landschaften, die vermitteln, wie sich ein Zufluchtsort anfühlen könnte. Inspiriert u.a. von Botanik, Musik, Lyrik, Philosophie, Mystik und Kunst, verkörpern ihre Arbeiten Harmonie, Spannung und Andacht. Dieses Buch stellt über 70 Werke der vergangenen sechs Jahre vor, jedes mit einem Essay von Debora Alanna, die schreibt: „Kultivierung entsteht hier aus der Laune heraus und durch das ‚Verwildern‘ des imaginierten Raums.“
-

Sam Falls
After LifeWeiterlesenSam Falls (geb. 1984 in San Diego, lebt und arbeitet in New York) gibt die Autorschaft für seine Arbeiten an die Phänomene der Natur ab. Indem er Trägermaterialien wie Leinwand, Aluminium oder Kacheln mit wasserreaktiven Trockenpigmenten und Pflanzenteilen versieht und über einen längeren Zeitraum den Einwirkungen von Sonne, Regen und Wind an einem bestimmten Ort überlässt, bezieht er bewusst den Zufallsmoment in sein Werk mit ein. Der spielerische und doch konzeptionell strenge Prozess ist eine Metapher für die Vergänglichkeit alles Körperlichen. Falls’ symbiotische Arbeit mit der Natur und ihren Elementen macht Referenzen an die Technik des Fotogramms und an die Land Art deutlich. Damit verbindet er so verschiedene Medien wie Fotografie, Skulptur und Malerei und schließt die Kluft zwischen Künstler, Objekt und Betrachter.
Sam Falls studierte am Reed College in Portland, Maine, und am International Center of Photography Bard in New York. Er hatte unter anderem Einzelausstellungen im Hammer Museum, Los Angeles, im Mori Museum, Tokio, und im Frankfurter Kunstverein.
-

Francis Alÿs
The Nature of the Game32€ In den WarenkorbDas Werk des belgischen Künstlers Francis Alÿs (geb. 1959 in Antwerpen) ist ebenso vielschichtig wie poetisch subversiv. Angesiedelt zwischen performativer Konzeptkunst und sozialer Intervention erforschen seine Filme und Zeichnungen die politischen und gesellschaftlichen Realitäten des urbanen Raums. Eines seiner beeindruckendsten Langzeitprojekte ist Children’s Games, Aufnahmen spielender Kinder in aller Welt, von Paris über Mexiko-Stadt bis zum jesidischen Flüchtlingslager Scharya im Irak. Sein reich illustriertes Ideen- und Skizzenbuch zeigt Vorarbeiten zu dieser Werkserie. Es ist ein Blick in den Maschinenraum seiner künstlerischen Praxis, der zentrale Elemente seiner filmischen Poetik sichtbar macht. Ein Essay des Ethnografen und Filmemachers David MacDougall würdigt Alÿs’ Beobachtungen des kindlichen Spiels im Kontext der der Kindheitsforschung und der Geschichte des ethnografischen Dokumentarfilms.
Francis Alÿs (geb. 1959 in Antwerpen) gilt als einer der wichtigsten Künstler der Gegenwart. Sein vielfach ausgezeichnetes und mit weltweiten Einzelausstellungen gewürdigtes Werk besteht aus Filmen, Fotoarbeiten, Performances, Zeichnungen und Gemälden, die sich häufig mit den sozialen und politischen Realitäten des Stadtraums befassen. Der studierte Architekt lebt und arbeitet seit 1986 in Mexiko-Stadt, wohin er als Wiederaufbauhelfer nach dem großen Erdbeben von 1985 gekommen war.
Francis Alÿs – The Nature of the Game ist die offizielle Publikation des Belgischen Pavillons auf der 59. Biennale di Venezia, kuratiert von Hilde Teerlinck.
-

Hans Hofmann
Chimbote – Farben für die neue Stadt24€ In den WarenkorbExpressive Formen zwischen Kunst und Architektur
Hans Hofmann (geb. 1880 in Weißenburg, Deutschland, gest. 1966 in New York, USA) zählt als Vertreter des Abstrakten Expressionismus zu den bedeutendsten Künstler:innenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Nach seiner Emigration in die Vereinigten Staaten gründete er 1933 in New York die Hans Hofmann School of Fine Arts, die einen prägenden Einfluss auf die jüngere Künstler:innengeneration seiner Zeit hatte. Mit Arshile Gorky, Willem de Kooning, Jackson Pollock und anderen gehörte er der bedeutenden New York School an. 1950 schuf Hofmann in Europa bisher weitgehend unbekannte Entwürfe für farbige Wandmalereien an Gebäuden des peruanischen Chimbote, die in Zusammenarbeit mit den Architekten Josep Lluís Sert und Paul Lester Wiener entstanden. Ihr nach Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelter Stadtentwurf für Chimbote wurde nicht realisiert, doch vermitteln Hofmanns großformatige, farbintensive Arbeiten, die in diesem Buch – ergänzt durch Zeichnungen und einen Stadtplan – gezeigt werden, einen konzentrierten Eindruck dieses visionären Projekts.
-

Roland Schappert
Liebe +–24€ In den WarenkorbLiebe+– von Roland Schappert ist eine poetische Reise durch die geheimnisvollen und paradoxen Landschaften der Liebe. Mit unbestechlichem Blick und lyrischer Präzision beschreibt Schappert die fragile Balance zwischen Nähe und Distanz, zwischen dem Verlangen nach Vereinigung und dem Bedürfnis nach Loslösung. Der Titelzusatz +– steht dabei symbolisch für die Ambivalenz der Liebe: Anziehung und Abstoßung, Freude und Schmerz, die in einem ständigen Wechselspiel stehen und die Dynamik der Liebe prägen.
Die lakonischen, teils aphoristischen Texte treten in einen Dialog mit den kunstvollen und rätselhaften Bildern und Skulpturen des Autors – Schriftbilder, genäht aus Perlenschnüren oder mit Champagnerkreide gemalt, die die emotionale Spannung der Gedichte subtil spiegeln und brechen. Schapperts Lyrik balanciert virtuos auf dem schmalen Grat zwischen Zuneigung und Entfremdung, durchzogen von ironischen Anspielungen auf unsere digitale und urbane Gegenwart.
Dieses Künstlerbuch schafft durch die Symbiose von Poesie und Bild eine eigene Welt, in der die Grenzen zwischen Ich und Du verschwimmen und Subjekt und Objekt zu einem kollektiven Wir verschmelzen. Es lädt uns ein, die Liebe neu zu betrachten – als zärtliche Berührung und widerspenstige Idee, als ein Spiel aus Erwartung, Enttäuschung und unermüdlichem Neubeginn.
„Liebe in Zeiten von Social Media und Dating Apps, aber nicht aus der Perspektive der Gen Z – sondern von jemandem, der dieses Gefühl schon viel länger kennt. Und der seine – sicher für viele repräsentativen – Erfahrungen in immer wieder neuen Verbindungen von Text und Bild in eine Form bringt, die das Lesen und Betrachten zu einem einprägsamen Ereignis werden lässt.“ – Wolfgang Ullrich
-

Nicola Staeglich
Color Light Matter Mind36€ In den Warenkorb„Diese Malerei entspricht der Ambition, Farbe in die Luft zu malen.“ (Ulrich Loock)
Nicola Staeglich (geb. 1970 in Oldenburg, lebt und arbeitet in Berlin) versetzt Farbe in einen Zwischenzustand von materieller Präsenz und atmosphärischem Strahlen. Sie inszeniert die Malerei als performative Handlung mit breiten Farbsetzungen oder als Rauminstallation mehrlagiger transparenter Farbbahnen. Color Light Matter Mind ist Staeglichs erste Monografie und setzt ihre aktuellen Arbeiten in Beziehung zu den früheren (1998–2021). Von den spiralförmigen Reliefs hin zu ihren Liquid Lights öffnet sie der Farbe eine neue Dimension.
Nicola Staeglich studierte an der Städelschule in Frankfurt, an der Kunstakademie Mainz und am Chelsea College of Art in London. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und ist seit 2015 Professorin für Malerei/Grafik an der Hochschule der bildenden Künste Essen. Ihre Werke wurden in zahlreichen Einzelausstellungen im In- und Ausland präsentiert und sind Teil privater und öffentlicher Sammlungen.
-

Jorinde Voigt
Trust42€ In den WarenkorbJorinde Voigt (geb. 1977 in Frankfurt am Main, lebt und arbeitet in Berlin), erklärte zum Titel des Buches: „Trust ist ein Hybrid aus dem Wunsch danach und der Entscheidung dafür“. Voigt hat sich entschieden, ihre Werke, die sie von Mai 2019 bis Frühjahr 2021 realisiert hat, unter dem Zeichen des Vertrauens, der Verbundenheit, der Zuverlässigkeit und der Integrität zusammenzustellen. Viele der präsentierten Arbeiten stellen sich in die Kontinuität derjenigen aus der Publikation Immersion, worin Voigts Werke aus der Periode 2018–2019 veröffentlicht sind. In dem umfangreichen Band Trust werden neben den Papierarbeiten, für die sie bekannt ist – hier in ein Pigmentbad eingetaucht und anschließend mit Pastell, Tinte, Tusche, Ölkreide und Blattgold bearbeitet – auch Skulpturen und Mobiles gezeigt.
Jorinde Voigt studierte ab 1996 Philosophie und neuere deutsche Literatur an der Universität Göttingen. 1998 wechselte sie nach Berlin und studierte Soziologie, Philosophie und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. 1999–2003 studierte sie Kunst im Bereich Multimedia an der Universität der Künste bei Christiane Möbus und Bildende Kunst und Fotografie bei Katharina Sieverding, deren Meisterschülerin sie 2004 wurde. 2014–2019 war sie Professorin für konzeptuelle Zeichnung und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München. Seit 2019 ist sie Professorin an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.
-

Larissa Fassler
Building Worlds20€ In den WarenkorbDie Zeichnungen und Skulpturen Larissa Fasslers (geb. 1975 in Canada, lebt in Berlin) dokumentieren und hinterfragen die moderne Metropole, deren öffentliche Plätze, Bahnhöfe, und Zweckbauten. Fassler recherchiert die von ihr gewählten Orte ausgiebig in Stadtarchiven und online. Sie verfolgt Trends wie wirtschaftliche Ungleichheit, Gentrifizierung, Obdachlosigkeit, oder Drogenkonsum. Diese statistischen Fakten ergänzt sie mit ihren eigenen subjektiven Erhebungsmethoden, z.B. dem wiederholten Begehen und Beobachten der Orte. Alle gesammelten Informationen finden Eingang in Fasslers komplexe kartografische Zeichnungen und Skulpturen, welche die sozioökonomischen und geopolitischen Herausforderungen unserer Zeit widerspiegeln. Dieses Buch begleitet Fasslers Ausstellung im Kunstverein Lingen.
-

Dietmar Lutz
Ein Jahr40€ In den WarenkorbTag um Tag
Ein Jahr lang, von August 2020 bis August 2021, hat Dietmar Lutz (geb. 1968 in Ellwangen, lebt und arbeitet in Düsseldorf) jeden Tag ein Bild gemalt oder eine Zeichnung gemacht, in denen Momente seines Alltags zu sehen sind. Alle 365 Arbeiten sind in chronologischer Reihenfolge entweder direkt oder auf Fotografien im Umfeld ihrer Entstehung abgebildet. Sie lassen das Jahr aus einer radikal subjektiven Perspektive Revue passieren. Die Gemälde halten Erinnerungen fest, sind aber jeweils aus einer bestimmten Situation heraus entstanden, ohne dieser zwangsläufig Ereignishaftigkeit zuzuschreiben. Der Künstler beobachtet sich selbst in seiner Welt und definiert seine Rolle in ihr. Das Malen als tägliche Aufgabe scheint die Zeit zu strukturieren, nicht umgekehrt. Jedes Bild erschließt einen neuen Raum, in dem die unterschiedlichen Facetten der Zeit sinnlich erfahrbar werden.
Dietmar Lutz studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und ist für seine großformatigen Gemälde bekannt, in denen er Alltagssituationen beschreibt und Referenzen zur Film- und Literaturgeschichte kreiert. Lutz ist Mitbegründer des deutsch-britischen Künstlerkollektivs hobbypopMuseum, mit dem er unter anderem auf der 1. Athen Biennale, bei Deitch Projects in New York und in der Tate Britain in London ausgestellt hat.
-

Nam Kim
10€ In den WarenkorbDie großformatige Malerei von Nam Kim (geb. 1991, lebt in Wien) wird von massiven androgynen, nackten Figuren bevölkert, die sich behutsam in Vegetation, Licht und Schatten oder Ornamente einfügen. “Die Figuren strahlen eine fließende, beinahe schwerelose Anmut aus, eingefangen im Zwischenraum von Gedanke und Berührung.” (R. Grunenberg) Der menschliche Körper ist seiner natürlichen Umgebung ebenbürtig und untrennbar von ihr. Kim beginnt mit Zonen gestischer Abstraktion, aus denen Figuren wie Pflanzen in die Komposition wuchern. Kim wuchs in Korea auf und ihre Malerei verbindet Elemente asiatischer Traditionen (in Kunst und Theater) mit westlicher Kunstgeschichte und mit Virtualität. Dieser Band stellt Kims Gemälde der letzten drei Jahre vor und enthält einen aufschlussreichen Essay von Robert Grunenberg.
-

Simone Demandt
Movers / Beweger38€ In den WarenkorbAutobahnen sind die Lebensadern Europas. Über sie fließen die Güter des täglichen Bedarfs in die Supermarktregale, auf dem Rücken tausender LKWs, gelenkt von hart arbeitenden Fahrer*innen. Wenn wir hochsehen in die Kabinen ihrer gigantischen Gefährte, können wir gerade mal ihre hinter dem Lenkrad hervorlugenden Köpfe erspähen. Simone Demandt zeigt uns nun endlich mehr von den Held*innen der Straße, die vor ihrer Kamera selbstbewusst posiert haben. Demandts Stärke, das „Intime im Anonymen und das Narrative im Nüchternen“ (Matthias Winzen) zu entdecken, kommt dabei voll zum Tragen. Sie hat die Lebenswelt von LKW-Lenker*innen zu dokumentarischen Schwarz-Weiß-Fotografien kondensieren lassen, auf denen sie diese Menschen zur Gänze und in ihrer Individualität zeigt, also ganz anders, als wir sie auf der Autobahn wahrnehmen. Movers lässt uns durch Demandts unvoreingenommene Augen in die Fahrerkabinen blicken und ermöglicht uns dadurch eine Horizonterweiterung ähnlich dem Reisen, bei der wir sämtliche Vorurteile gegenüber Kraftfahrer*innen hinter uns lassen. Wer wirklich wissen will, wem wir die vollen Regale zu verdanken haben, sollte unbedingt zu diesem Bildband greifen.
-

Kensise Anders
10€ In den WarenkorbKensise Anders befasst sich in ihrem Werk mit der Lebensrealität Schwarzer Menschen. Sie wurde auf Haiti geboren und als Zweijährige nach Deutschland adoptiert. Nach einer schwierigen Kindheit mit Psychiatrie- und Internatsaufenthalt gelangte sie schließlich zur Kunst, in der sie ihre Erfahrungen verarbeitet. Sie fertigt mit der Häkelnadel Masken, mit denen sie sich weiße Identitäten ironisch aneignet, und Spielteppiche, die die Welt ihrer Kindheit zeigen – Wohnblöcke, Straßenzüge; das „Loch“, wie sie dieses Umfeld nennt. Zudem arrangiert sie auf Leinwänden gehäkelte Fäden, als seien es Pinselstriche. Je eine Bilderreihe ist einer Schwarzen Puppe und nackten weiblichen Körpern gewidmet, darunter auch ihr eigener, mit Bezügen zu Courbets L’Origine du monde (1866). Das sind Akte des Widerstands gegen die Prüderie und die Herrschaft der Weißen. In der Kolonialzeit wurden Schwarze Puppen hierzulande populär, seitdem waren sie nie ganz weg, so wie der Rassismus in unserer Gesellschaft und unseren Köpfen. Dagegen häkelt Anders geduldig, mit Fingerspitzengefühl, sowie mit der gebotenen Radikalität an.
-

Ruth Wolf-Rehfeldt – Wie eine Spinne im Netz
38€ In den WarenkorbRuth Wolf-Rehfeldt (geb. 1932 in Wurzen; lebt in Berlin) ist eine der wenigen Künstlerinnen, die sich in der DDR der Schreibmaschinengrafik widmeten. Auf ihrer „Erika“-Schreibmaschine ließ sie aus Buchstaben, Zahlen, Kommas und Pluszeichen fantasievolle Bilder entstehen. Unter ihren Händen verwandelten sich die schwarzen und roten Lettern in poetische Sprachbilder, sanft dahingleitende Wellen, serielle Muster und in architektonische oder figurative Gebilde. Diese Typewritings suchen die Nähe zur Konkreten Poesie und weisen deutliche Parallelen zur Konzeptkunst und Minimal Art auf. In den 1980er-Jahren wurden sie zudem zu Collagen erweitert, die an die dadaistischen Bildmontagen Hannah Höchs erinnern. Mit ihren Grafiken partizipierte Wolf-Rehfeldt auch aktiv am Mail Art-Programm der DDR. Sie verschickte die Typewritings an Künstler:innen außerhalb der unüberwindbaren, nationalen Grenzen und baute so ein umfangreiches Kommunikationsnetz auf, das sich um den gesamten Globus spannte.
Die reich bebilderte Monografie unterstreicht die Vielfalt und darüber hinaus die Aktualität von Wolf-Rehfeldts Arbeiten, die unter dem Eindruck des Kalten Krieges entstanden und den fragilen Zustand des Friedens thematisieren, aber auch die schon damals spürbare Umweltzerstörung in den Blick nehmen.
-

Anna Virnich
10€ In den WarenkorbDie Arbeiten von Anna Virnich (geb. 1984 in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin) sind wie eine spekulative Erzählung. Seit ihrer Kindheit sammelt die Künstlerin Stoffe, Kleider und Decken, die sie zerschneidet, der Witterung aussetzt, bleicht, einfärbt und auch bemalt, um daraus Bilder und Räume zu konstruieren. Ihre Werke sind Gemälde und Objekte zugleich, extrem körperlich, aber auch geisterhaft leer. Sie erinnern an Helen Frankenthalers verflüssigte Farblandschaften, die Post-Minimal-Körperlichkeit von Paul Thek und die Silberfolien-Transzendenz von Andy Warhols Factory. Alles in Virnichs Kunst ist Hülle oder Membran, durch die etwas hinein- oder hinausgeht, „Teil von Vernetzungen und einem Austausch von Substanzen, Technologie, Körpern, Bildwelten, vom Licht der Augen“, wie Baptist Ohrtmann schreibt. Zusammen ergeben die Textilien eine abstrakte Narration von Werden, Vergehen, Malerei, Geburt, Künstlichkeit und Science-Fiction.
-

Márton Nemes
Metropolitan Baroque38€ In den WarenkorbDer ungarische Künstler Márton Nemes (geb. 1986, lebt in New York und Budapest) inszeniert Räume für Körperwahrnehmung im Spannungsfeld von abstrakter Malerei und Skulptur, digitaler Kultur, Techno und Urbanität. In seinen radikalen Installationen aus pulverbeschichtetem Stahl und einem LED-Bildschirm erleben die Besucher:innen Licht- und Klangelemente, die sich zu einer pulsierenden Umgebung entfalten. Nemes’ immersive, multisensorische Räume reflektieren die rapide Beschleunigung, Fragmentierung und mediale Überlagerung unserer Gegenwart, erlauben aber zugleich die Erfahrung von selbstbestimmter Fluidität und Kontemplation. Dieser Band dokumentiert Nemes’ umfassende Ausstellung Metropolitan Baroque im Museum gegenstandsfreier Kunst mit Werken aus den Jahren 2019 bis 2025.
-

Alexandra Tretter
24€ In den WarenkorbDie Kunst von Alexandra Tretter (*1988) ist ebenso tiefgründig wie verspielt. Verdankt sich ebenso der sanften Spiritualität der späten Geometrien Hilma af Klints wie den vor schierer Farblust überbordenden Scheiben-Bildern Sonia Delaunays. Ihr einfühlsam gestaltetes Künstlerinnenbuch vereint monumentale Gemälde und intime Werke auf Papier, die durchdrungen sind von Tretters eigenen Lebenszusammenhängen als Künstlerin, als Frau, als Mutter.
Es sind kaleidoskopische Figurationen, die sich aus einem in sich ruhenden Zentrum entfalten und in Symmetrie und Asymmetrie zu allen Seiten hin vervielfältigen. Der Kreisform, dem unveränderlichen Grundelement ihrer Kompositionen, stellt sie das permanent über sich hinausstrebende Oval entgegen, das sich in immer neuen Permutationen von einer Figur zur nächsten wandelt, zu Augen, Mündern, Brüsten, Blüten oder Vulven.
Ihre Bilder ringen um Fassung, entfalten sich und blühen auf, um dann wieder jede Gestalthaftigkeit loszulassen. Einmal gefundene Stabilität wird sogleich in Aufruhr versetzt. Die Farben branden heftig auf oder fließen zart dahin, lichten oder verschatten sich, tragen einander oder werfen sich gegenseitig aus der Bahn. Materialisierung und Auflösung realisiert Tretter als gleichberechtigte Grundprinzipien ihrer Malerei.
Womit das, was die Bilder aufnehmen, bewahren und freigeben, Erfahrung, Wachstum und langsames Reifen sind. Ihre Bilder sind „Zuneigungsfigurationen“, in denen jedes Einzelne sich anderem zuwendet, daran zweifelt oder wächst, sich mitunter abwendet oder umso bewusster hingibt. Sie stellen alles in Frage, beginnen neu und finden doch wieder zu sich, ins Eigene zurück.




















